Mittlerweile kann ich die hermetische Verschwiegenheit vieler Logen sehr gut verstehen, da die Verbreitung gewisser Informationen auch sogar in diesem Forum wie das Verfüttern von Perlen an Säue ist (sprichwörtlich).
Hoffnungslose "Realisten" zerreißen da mit Argumenten der "Wissenschaft" metaphorische Wahrheiten der alten okkulten Lehre, auf der anderen Seite wird die Weisheit durch übertriebene "New-Age-Esoterisierung" ins Lächerliche gezogen. Und damit wird auf beiden Seiten der Zugang für normal denkende Menschen verschleiert. Diese Menschen sehen nämlich die angeblichen wissenschaftlichen Kritiker und die übertrieben zur Schau gestellte pervertierte Esoterik und finden da logischerweise keinen geistigen Zugang.
Imho ist dies eine Kneifzangentaktik der Gegenseite.
Ich denke die aufgeworfene Frage zeigt ein ganzes Bündel von Problemen auf.
Da bietet man ein komplettes, schlüssiges, philosophisches Konzept an und es wird ins Lächerliche gezogen.
Wir leben in einer Gesellschaft in der Wert nur noch in Geld gemessen wird. Und der wertvollste Mensch ist eben jener, der am meisten konsumiert. Auf diese Denkweise werden wir alle dressiert. Nun ändern Menschen sich nicht gerne. Trägt man ihnen nun ein anderes Wertekonzept vor, können sie dieses nur akzeptieren, wenn sie das Gewohnte in Frage stellen. Dann stellt man aber sich selbst in Frage! Da ist es doch besser, man lacht den anderen aus.
Unsere Zivilisation ist stolz auf die Errungenschaften der Wissenschaft. Die wissenschaftliche Denkweise ist zu einer Norm geworden, an der nicht gerüttelt werden darf, weil sonst wieder alles in Frage gestellt ist. Also wird alles Neue oder alt Überlieferte auf den wissenschaftlichen Prüfstand gestellt und muß dort versagen. Stellen wir uns einen Professor irgendeines Fachgebietes vor, der eine außerhalb der Wissenschaft entwickelte These prüfen soll, weil er für diesen Bereich der anerkannte Fachmann ist. Wird dieser Mensch sagen, "Ja, das ist wahr und ich und mein Lehrstuhl, wir haben uns geirrt und jahrelang das Falsche gelehrt"? Er erhebt den Neuerer in den Rang eines Professors und sich selbst auf die Position eines erneut Lernenden. Gleichzeitig verliert er auch sein gerne genossenes Einkommen.
Also was tut der "Fachmann"? Er setzt alles daran die Innovation zu verhindern, denn sein Wert wird an seinem Gehalt gemessen und das muß er sichern. Aus dem gleichen Grunde werden aus der Wissenschaft entwickelte Innovationen nur umgesetzt wenn sie den Großfinanziers Gewinn bringen. Sonst nicht!
Metaphysisches Wissen kann nur in Metaphern überliefert werden. Jetzt liegt es auf der Hand, ein Zimmermann wird für die Beschreibung seiner metaphysischen Erlebnisse und Beobachtungen andere Metaphern verwenden als ein Bäcker und ein Germanist wieder andere, als ein Religionswissenschaftler. Und sie alle haben ein gemeinsames Problem, ihre Metaphern werden nur von denen verstanden, die aus dem gleichen Fach kommen und damit ein ähnliches Verständnis der verwendeten Begriffe haben. So kommt es also, dass der eine metaphysische Erfahrungsberichte versteht und das neue Wissen wunderbar in sein Weltbild einbauen kann und er andere versteht überhaupt nicht, was gemeint ist. Und weil er ja nicht davon ausgeht, dass es an ihm selbst liegt, macht er sich eben über den anderen lustig.
Wir haben es verinnerlicht, in einer belehrenden Zivilisation zu leben. Wir erarbeiten uns unser Wissen nicht selbst, sondern wir erwarten, dass uns Konzepte in einem geschlossenen Lehrvortrag vorgesetzt werden, den wir auswendig lernen und wiedergeben. Der Lehrende ist eine Autorität und je höher seine gesellschaftliche Reputation ist, desto wichtiger ist die von ihm vermittelte Information. Aus dieser Prägung heraus können wir die philosophischen Betrachtungen von Kai´s Tante, die sie in ihrem Gemüsegarten gewonnen hat, nicht ernst nehmen. Die selben Erkenntnisse akzeptieren wir aber gerne von einem Erleuchteten aus "ganz-weit-weg", und sonnen uns in seinem Licht, während wir seine Gedanken noch Mal durch unseren Kopf kreisen lassen. Und so entgehen uns all die vielen Wege, auf denen man selbst wertvolle Erkenntnisse gewinnen kann. Und vor allem, man erkennt die Menschen nicht, die einem ein spirituelle Hilfe sein können.
Menschen organisieren sich in Gruppen. Deshalb ist es wichtig, dem Adepten den Eindruck zu vermitteln, er würde an etwas teilhaben, das nur Auserwählten zugänglich gemacht wird. So verstärkt man bei ihm die Trennung zwischen den Mitgliedern und allen anderen Menschen, die man natürlich ausbeuten kann, weil sie eben nicht dazu gehören. Für diese Form der Bauernfängerei ist kein Trick zu plump um die Leute einzuseifen und ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen. Diese Taktik wird allerorten von den verschiedensten Gruppen verwendet und sie eignet sich gut als Vorwurf um die Inhalte der einen oder anderen Gruppe zu diskreditieren.
Als letztes kann man neue Informationen nur aufnehmen, wenn man selbst dafür offen ist. Dies ist ein weiterer Punkt, warum der Lernende bei allem Erkenntnisgewinn frustriert wird, wenn er sein neu erworbenes Wissen teilen will. Es liegt in unserem Wesen alles Schöne teilen zu wollen und dabei stoßen wir immer wieder auf Ablehnung deren Ursprung ich oben dargestellt habe. Und unter dem Eindruck dieser Erlebnisse kommt es einem immer wieder vor, als würden Perlen vor die Säue geworfen.
Es reicht das gewonnene Wissen offen darzustellen. Die Deppen lachen und man muß sich nur mit denen weiter befassen, die sinnvolle Fragen stellen. Und das sind Wenige. Denn der Weise kann nur den Weg weisen, gehen muß ihn jeder für sich.
Gruß, EO