Ich habe meine Grundausbildung Mitte 1980 in Idar-Oberstein abgeleistet und war dann Wehrpflichtiger in der 3. Batterie, Beobachtungsbattallion 13, Wolfenb?ttel (mittlereile aufgel?st) Ich war als Lichtmessauswerter ausgebildet und wurde dann als Kraftfahrer auf der Lichtmessauswertung (MAN Koffer, 13,2 to) und Sprechfunker eingesetzt (trotz erkannter rot/gr?n-Schw?che). Aber ich war der einzige der gro? und schwer genug war um die Kupplung von diesem alten, unsynchronisierten Laster durchzutreten!
Letztendlich waren wir aller nur Kanonenfutter und "Feinddarsteller" f?r den Ostblock in den ?80er.
So gesehen ist das nicht komm?diantisch gemeint. Unser Zugf?hrer war ein unentschlossener Waschlappen, unser Spie? eine Sau, wie man sie nur aus alten Nazifilmen zu kennen meinte und die Hauptleute wechselten alle 6 Monate, weil sie ihren Weg die Karriereleiter hoch machten. Faktisch war unser Spie? der H?uptling im Block und konnte sich alles erlauben.
Wir hatten f?r die Lichtmessstellen zu anfang kleine Hotchkiss-Panzer, sp?ter dann MTWs und 2 von unseren Fahrern begannen den Tag mit einem Schluck aus der Pulle, die abends ?bergeblieben war.
Das wurde von unserem Zugf?hrer sehenden Auges "?bersehen". Einmal lie? er sich zu einem: "Gefreiter B., haben sie getrunken?" - "Nein!" - "Dann ist ja gut!", herab!
Die ungef?hrliche Seite des Gewehrs:
Es war Vorschrift, dass auf Wache der dienst?ltere Soldat den Streifenf?hrer machte. Unsere dienst?lteren Kameraden machten das genau anders rum. Ich dachte erst, sie h?tten keine Lust auf Wache dem Wachhabenden "Meldung zu machen", wenn man ihn denn Mal traf.
So trat ich dann irgendwann auch eine Wache an, wo ich nicht mehr die "Hei?kiste" war, sondern "Gefreiter". Und ich machte den Streifenf?hrer. Und so latschten wir auf unserem Weg ?ber das Kasernengel?nde und kontrollierten die Schl?sser der Hallen. Man stelle sich die Situation vor: Wir hatten G3s, durchgeladen und gesichert und trugen sie mit dem Riemen ?ber die Schulter, dass der Lauf nach vorne zeigte und hatten die Hand am Handgriff. Ich ging vorraus, kontrollierte die Schl?sser und mein Kamerad latschte hinter mir her, sein Gewehr mehr oder weniger in meine Richtung haltend. Es war die lange Wache von 2-4, die mir immer am l?ngsten vorkamen, da h?re ich, wie das hinter mir immer so klickert. Meinem "Krummi" war langweilig geworden und er spielte mit seinem Gewehr! Er schaltet den Sicherungshebel von "Sicher" auf "Einzelfeuer", dann auf "Dauerfeuer" und wieder zur?ck. Und dann dr?ckte er auf den Abzug! Als ich dessen gewahr wurde, habe ich ganz schnell mit ihm den Platz getauscht und bin nie wieder als Streifenf?hrer mit einem "dienstj?ngeren" Soldaten gegangen.
Und man kennt das ja, Feld?bung: Zerlegen des geladenen (!) Gewehrs mit verbundenen Augen auf Zeit. Auf die Pl?tze, fertig los!
Das Gewehr nach oben richten, Magazin ausbauen, den Ladehebel langsam runterziehen - BAMMM - der erste Depp hat den Ladehebel hochschnalzen lassen ohne die Patrone aus dem Lager fallen zu lassen.
So ein Quatsch kam imer wieder vor. Unserem WaffenkammerUffz, fehlte einmal ein Schuss, nachdem er Wachhabender war. Junge, war das ein Theater. Es war Winter und die Streifen entluden ihre Gewehre immer in Anwesenheit des Wachhabenden VOR dem Wachgeb?ude. Im Wachgeb?ude konnte man immer noch an Fu?boden , Wand und Decke die Spuren sehen, die es gibt, wenn man 20 Schu? in einem geschlossenen Raum "kommen l??t". Letztendlich fand sich der fehlende Schu? in den Schnee getreten vor dem Wachegeb?ude, weil der eine Kamerad einfach den Ladehebel durchgezogen hatte OHNE die Patrone mit der Hand aufzufangen. Und der Wachhabende hatte die Magazine entgegengenommen, ohne zu kontrollieren, dass 20 Schu? drin sind.
Der Bruder meines Schwagers ist w?hrend der Polizeiausbildung, nach einem Schie?trainig von einem Lehrgangskameraden erschossen worden. Der wollte ihn nur erschrecken und hat auf ihn angelegt. Und man ist ja ein ganzer Kerl und geht nicht in Deckung, wenn eine scharfe Waffe auf einen gerichtet wird! Leider hatte sich der Kamerad vertan, er hatte die Waffe nicht leergescho?en. Er hatte nur das Magazin rausgenommen und ein Schu? war noch im Rohr. PENG
Es sterben mehr Menschen beim "rumalbern" mit Waffen, als in vors?tzlich b?ser Absicht mit Waffen gemeuchelt werden. In der Zeitung steht dann immer etwas wie: "beim Waffenreinigen l?ste sich ein Schu? und verletzte den Sch?tzen schwer..."
Wer alt werden will, mu? fr?h damit anfangen, sollte sich nicht freiwillig melden und sich auf seine "Nase" verlassen!