Hi Leute,
offenbar sind solche Foren immer wieder auch ein beliebter Ort eigene innere Unbefindlichkeiten abzuladen, denn es tauchen immer wieder Individuen auf, die kaum daran interessiert sind, über Themen zu diskutieren, sondern einfach nur eine Projektionsfläche für ihren eigenen Frust suchen.
Es sei jedem selbst überlassen sich diesen Schuh anzuziehen. Doch ich vermute, dass diejenigen, denen er am besten passen würde ihn gar nicht wahrnehmen, weil es genau die sind, welche die Ursachen für das eigene innere Ungemach immer nur im Außen suchen.
Nur dort werden sie sie niemals finden.
Ich bin hier eigentlich mehr so der stille Beobachter und mische mich nur selten ein. Doch hier reizt es mich, einige Passagen aus eienem meiner ersten Beiträge hervorzukramen.
Beginnend mit der kleinen Geschichte eines weisen Mannes:
>>Ein Schüler kam zu seinem Meister und sagte:
»Meister, ich kann meine Wut nicht beherrschen, wie kann ich davon geheilt werden?«
»Zeige mir deine Wut, sie scheint ja faszinierend zu sein«.
»Im Moment habe ich sie nicht, also kann ich sie dir auch nicht zeigen«.
»Dann bring sie mir doch wenn du sie hast«.
»Aber ich kann sie doch nicht bringen, wenn ich sie gerade habe, denn sie kommt unerwartet und ich würde sie bestimmt wieder verloren haben, bevor ich bei dir bin«.
»Wenn es so ist, dann kann sie nicht zu deiner wahren Natur gehören. Andernfalls könntest du sie mir jederzeit zeigen. Als du geboren wurdest hattest du sie noch nicht, also muss sie von außen zu dir gekommen sein.
Ich schlage vor, dass du jedes Mal wenn sie kommt, dich mit einem Stock schlägst, bis es die Wut nicht mehr erträgt und sie davonläuft. Selbst wenn du gerade eine Wut hast und sie dir dann bewusst wird geht sie dann fort. Probiere es.
Mittendrin, wenn du gerade vor Wut kochst, werde dir dessen plötzlich bewusst und du wirst spüren wie sich etwas verändert. Dein Inneres entspannt sich. Es wird eine Weile dauern, bis sich die äußere Schicht auch entspannt, aber Dein inneres Wesen ist bereits entspannt, es ist nicht mehr identisch mit deiner Wut.« <<
(......)
>>Ich selbst kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen mich auch alles Mögliche auf die Palme gebracht, verletzt oder gekränkt hat, bis ich vor vielen Jahren in einem „schlauen Buch“ mal einen entscheidenden Satz las der da sinngemäß lautet,
>das was dich am meisten nervt, aufregt, in Rage bringt etc, zeigt oft in dir selbst schlummernde, nicht verarbeitete Defizite< <<
Das ist dann der innere Raum, in dem jener „wunde Punkt“ sich versteckt, der in jedem von uns schlummert. Und je größer dieser Raum ist, desto mehr wird das bedauernswerte, betroffene, Individuum gepeinigt, wenn es mit seinem Defizit konfrontiert wird. Und dann beginnt es um sich zu schlagen, physisch oder verbal.....
>>Solange es einem aber nicht gelingt, die Ursache für die eigene Wut zu ergründen und sie aufzulösen, braucht diese innere Wut ein Ventil um sich zu entladen. Man muss sie irgendwie loswerden, will seinem Ärger Luft machen denn Wut fühlt sich immer voll Schei*e an. Also muss erst mal ein Kompensator oder eine Projektionsfläche her. Es muss jemand her, dem man die Schuld für alles mit dem man selbst nicht klarkommt in die Schuhe schieben kann. Und diese Funktion übernimmt die Welt außerhalb des eigenen Inneren. Und da ist jeder willkommen, der gerade in Reichweite herumläuft. <<
Sicher gibt es vieles, was in der Welt da draußen nicht in Ordnung ist. Das hat es immer gegeben und wird es immer geben....
>> Nun ist es ja so, dass man die Dinge um sich herum immer nur aus sich selbst heraus betrachten, beobachten / wahrnehmen kann. Und dementsprechend fällt die eigene Be- oder Verurteilung von was auch immer aus. Sicher können wir alles von außen einströmende zur Kenntnis nehmen, aber sein Urteil kann der Einzelne immer nur aus dem eigenen Fühlen heraus fällen. Und dieses persönliche Fühlen wird bestimmt durch das, was wir, meistens unbewusst, aus der eigenen Psyche schöpfen, jenem unsichtbaren „Körperorgan“ welches alles von außen einströmende verarbeitet oder wegen Überlastung erst mal auf Halde legt. <<
Nichts und niemand ist nur gut oder nur schlecht.
Die Welt da raußen kann ein Einzelner nicht ändern, aber die eigene innere Welt sehr wohl, sobald er bereit ist, seine Perspektive zu wechseln und seine Sichtweise zu erweitern.
Das worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, füllen wir mit Energie und deshalb...
>schau der Sonne entgegen, dann fallen die Schatten hinter dich<
Das bedeutet nicht, die Schatten zu verleugnen, sondern jenen die im Schatten verharren bewusst zu machen, dass es diesen Schatten nur gibt, WEIL da draußen irgendwo das Licht istl
Und es liegt an jedem selbst sich aufzuraffen und dem entgegen zu gehen. Und wenn er es wirklich will, kann nichts und nieman kann ihn aufhalten.
>>Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen (oder Ohnmächtigen)
Isaak Asimov
An sich ist nichts weder gut noch böse. Erst das Denken macht es dazu.
Shakespeare
Seid gerecht. Sucht nicht Schuldige, sondern Ursachen
Werner Mitch <<
LG
sign:)