Zitat von Elias Erdmann
In der materiellen Welt ist das Ernten der Früchte mit sehr viel Mühsal und Leid verbunden. Und das gilt im übertragenen Sinne auch für die Früchte der Erkenntnis. Der Dornenbusch könnte also ein Symbol sein, das für den „dornigen“ Erkenntnisweg steht, den wir hier in der Materie zu gehen haben.Die geistigen Prinzipien, die sich im Materiellen offenbaren, können wir natürlich erst dann erkennen, wenn wir das Materielle wieder „vergeistigen“. Hier kommt nun das Symbol des „Feuers“ ins Spiel. Der Dornenbusch nährt die Flammen, aber die Flammen verbrennen ihn nicht. Das würde also bedeuten: Die Erfahrungen aus dem dornigen Erkenntnisweg nährt diesen Vergeistigungsprozess, aber der Vergeistigungsprozess löst diese Erfahrungen natürlich nicht auf.
Der Dornbusch ist vielleicht am bedeutendsten für uns, wenn wir in ihm den menschlichen Körper sehen (nicht nur der grobstoffliche). Dieser ist das Produkt seiner Erfahrungen oder Erkenntnisse, wie du ja sagtest. Das Feuer ist die göttliche, zweischneidige, transmutierende Kraft, die durch etwas körperliches genährt wird, aber den Körper nicht vernichtet. Zweischneidig, weil Feuer in "missbrauchter" Form eben auch verbrennen kann. In diesem Fall könnte jedoch das Produkt (die Asche) wiederum als Dünger für die Pflanze selbst fungieren. Vernichtet wird nie etwas.
Das Schloss steht wohl für die Herrschaft der geistigen Prinzipien. Hier wohnt die Jungfrau Dornröschen alias Maria. Welche hier vielleicht für das noch nicht offenbarte Selbst steht... oder die Rose, die Erfüllung des Ewigen Wunsches.
Zitat von Elias Erdmann
Die Geschichte von Dornröschen erinnert mich auch sehr stark an die „Dornenkrone“ bei der Kreuzigung. Und immerhin geht es in beiden Geschichten um das gleiche Motiv: „Tod und Auferstehung“.
Dieses Prinzip findet sich durchweg bis zu den ägyptischen Initiationsriten und vermutlich noch wesentlich weiter.
Dornen sind ja ähnlich wie ein Kreuz (sie kreuzen den normalen Wuchs einer Pflanze). Das Kreuz steht in der Passionsgeschichte und auch heute sprichwörtlich für das Leid der Welt, oder aber die Welt selbst, die laut dem Buddhismus sowieso nur Leid ist.
Leid aber... leitet den Weg zur Himmelsleiter (die auch Querhölzer/Stufen hat). Schon allein weil man auf Dauer lernen sollte, das Leid zu vermeiden.
Somit ist der Dornbusch auch ein Symbol für die Schöpfung als ganzes, die große "Illusion" voller Dornen an denen man hängenbleibt. Die Dornen aber sind wichtig, da sie am Ende zur Auferstehung führen (die Jakobsleiter führt ins Himmelreich, Odin wird am Baum aufgehängt und findet die Runen [oder hängt sich selbst auf, wie auch Jesus sein eigenes Kreuz trägt]). Wichtig ist hier wohl die Freiwilligkeit, mit der man bereit ist, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und das schwere Paket auf sich zu nehmen, quasi zu kämpfen mit den Dornen. Möglicherweise hat man auch am Ende gar keine Wahl als dies freiwillig zu tun... naja das sind wohl die Römer und Leviten, die die zwingende Rolle darstellen. Zwang zur Freiwilligkeit, klingt paradox, aber ich glaube es gerade deshalb.
Zitat von Elias Erdmann
Ähnliche Konzepte, die jedoch jeweils um einen vierten Schriftsinn erweitert sind, finden wir in auch der Kabbala
Die Kabbala lässt sich auch irgendwie in der weitläufigen Symbolik unterbringen, da die hebräischen Buchstaben ja auch in ihrer Form interpretiert werden können... und in ihrer Konstellation und ihrem numerischen Wert. Eine unglaublich kompliziert scheinende Wissenschaft, die laut irgendwelcher Autoritäten in diesem Gebiet doch soo einfach ist. Genau wie Mathematik, sieht kompliziert aus, aber wenn man's versteht, war's schon immer einfach, nur wusste man es nicht.
Zitat von Elias Erdmann
> Vielleicht finden sich diese Ebenen auch in vielen Märchen oder heiligen Texten wieder.Ja, das kann ich auf jeden Fall bestätigen - ganz speziell bei einigen Märchen der Brüder Grimm, bei der Schneekönigin von Andersen, bei der ägyptischen, griechischen und nordischen Mythologie, bei den Kindheitslegenden von Buddha, ...
Vielleicht wären die Veden noch zu ergänzen... wohl der ganze "indo-germanische" Kulturkreis... von Asien weiß ich diesbezüglich noch nichts. Muss mal das Tao Te King studieren.
Zitat von Elias Erdmann
zeige ich übrigens, dass man biblische Texte und deutsche Volksmärchen nach den gleichen Konzepten interpretieren kann
Das würde ich so unterschreiben, ohne bisher das Dokument gelesen zu haben (lese gerade noch anderes, komm aber auch noch dazu).
Ich schreibe mir die Filme raus und schau sie mir bei Gelegenheit an. Die Serien Star-Trek und Stargate SG1 sind auch nicht zu unterschätzen... Star-Trek scheint Priorität auf Vermittlung von universellen Gesetzmäßigkeiten zu setzen, in Stargate SG1 sieht es so aus als würde damit einiges an Hintergrundwissen auch politischer Natur vermittelt (es geht sehr tief und teilweise in die Vergangenheit) werden. Wobei man in beiden Serien beides findet, man benötigt nur eine spezielle "Brille" und mit Sicherheit ein paar Schlüssel-Infos als Ansatz. Ohne den richtigen Schlüssel bleibt man da blind und sieht nur eine Sci-Fi-Serie die man so oder so sehen kann. Star-Trek (Enterprise) und Stargate SG1 haben schon diverse unterschwellige Gemeinsamkeiten. Auch scheinen die Folgen beider Serien fast immer in sich abgeschlossen (also ohne offenes Ende, aber immer mit der Option einer Fortsetzung). Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Serien... aber ich mags lieber abgerundet.
Zitat von Elias Erdmann
Im Zusammenhang mit der esoterischen Deutung von Märchen, Mythen und Fantasyfilmen wurde ich im Laufe der letzten Jahre immer wieder auf J. R. R. Tolkiens „Herrn der Ringe“ angesprochen. Dessen Verfilmung ist ganz unbestritten ein beeindruckendes Meisterwerk, aber für eine esoterische Interpretation ist der Stoff leider ziemlich ungeeignet.
Hat mich auch gewundert. Ich fand das Buch ganz spannend, aber viel Symbolik schien mir auch nicht drin vorzukommen. Manche ziehen Parallelen zum 2. Weltkrieg und Hitler als Sauron oder ähnliches. Vielleicht lässt sich das politisch deuten, wenn man sich in die Zeit Tolkiens zurückversetzt. Wobei die 9 schwarzen Reiter und andere vorkommende Zahlen vielleicht durchaus numerologisch zu sehen wären?