Beiträge von Illuminatus

    Es folgt ein Text, der im Jahre 1798 veröffentlicht wurde und immer noch aktuell erscheint, wenn man vom altertümlichen Deutsch absieht. Er stammt aus dem Buch "Patriotische Übersichten wichtiger Gegenstände aus allen menschlichen Verhältnissen". Eine kleine Anmerkung vorab: Das Wort "Polemik" bezieht sich hier nicht auf unsachliche persönliche Streitgespräche, sondern auf die argumentative und rhetorische Streitkunst im wissenschaftlichen Sinne.


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    Über das Verhalten gegen Feinde der Religion und ihre Schriften.


    Ob es wol rathsam seyn mag, daß in unsern Tagen auf den Universitäten, so viel ich weiß, nicht mehr solche polemische Vorlesungen, wie sie ein Baumgarten, ein Mosheim, die Walche und andere Theologen zu halten pflegten, gehalten werden? Ich denke nicht. Denn junge Theologen lernen die alten Irrlehrer und Religionsfeinde nicht gründlich kennen. Und wenn sie ihnen auch in der Kirchengeschichte bekannt gemacht, und ihre ungegründete Behauptungen erzählet werden; so ist doch da der Ort nicht, wo sie zugleich gründlich widerlegt werden. Sie lernen es auch folglich nicht, dieselben genau zu beleuchten, in den Ungrund ihrer Sätze einzudringen, und sie zu widerlegen.

    Wenn auch von unsern jetzigen Zeitgenossen die großen Verdienste des wahrhaft großen Baumgarten großentheils verkannt, und seine gründlichen Schriften wegen seiner vielen Destinktionen, Zergliederungen, und etwas zu sehr vervielfältigten Eintheilungen, und vielleicht auch aus anderen Gründen, wenig mehr gelesen und geschätzet werden; so bleibt es doch eine unläugbare Wahrheit, daß derselbe in der Polemik eine ganz vorzügliche Stärke besaß, sowol was die Bestimmung der Streitfrage, als auch die Widerlegungsgründe betrifft, und daß aus seiner Schule Männer hervorgegangen sind, welche Wahrheit und Irrthum zu unterscheiden, und jene mit starken Gründen zu vertheidigen, diesen aber mit siegenden Waffen zu bestreiten und zu widerlegen gelernet hatten. Diese Geschicklichkeit sich zu erwerben, sollten doch wol künftige Religionslehrer immer Gelegenheit haben, da es an Irrlehrern und Feinden der Religion bis ans Ende der Tage nicht fehlen wird.

    Warum ist aber die Polemik so verhaßt geworden, und warum lehret man diesen Theil der theologischen Wissenschaften nicht mehr, wie vormals? Darum, weil man zu friedlich, zu nachgebend, zu tolerant gegen Irrlehrer und Religionsfeinde ist, und viele Sätze, welche man vormals für Irrthümer erklärte, jetzt für Wahrheit gelten lässet. Vormals war man äußerst strenge gegen solche, die nur mit einem Satze oder Worte gegen die gewöhnliche und für richtig gehaltene Lehre anstießen, und gieng in der Verketzerung freilich zu weit; jetzt aber scheint die an sich liebenswürdige Toleranz einen zu weiten Raum zu gewinnen. Jetzt ist man bey den gröbsten Anfeindungen der Religion großentheils so stille, als wenn man gar keine Waffen mehr in Händen hätte, solche Pfeile zurück zu treiben.

    Dies leitet mich auf eine andere, und, wie mich dünkt, nicht unwichtige Frage: ob es nemlich heilsam sey, daß man in unsern Zeiten fast die meisten religionswidrigen Schriften, die, weil sie in teutscher Sprache geschrieben sind, und häufig, ja begieriger als andere Bücher, gemeinhin gelesen werden, bey denen, die keine gründliche Kenntnisse besitzen, unaussprechlichen Schaden stiften, unbeantwortet und unwiderlegt lässet? Auch dies glaube ich nicht.

    Denn die Bestreiter der Religion glauben Recht zu haben, weil man ihnen nicht widerspricht, und werden immer dreuster. Und weil ihre Schriften solchen Abgang finden, daß mehrere Buchhändler auf sie vorzüglich Spekulation machen; so werden dieselben auch immer häufiger. Eine Charteke kommt nach der andern heraus. Man erlaubt sichs, die abscheulichsten und ungegründetesten Sätze weitläuftig, und mit vielem Rednerschmuck vorzutragen. Man spottet der Religion und der Bibel, woraus sie geschöpft ist. Man sucht die Grundlehren des Christenthums ganz über den Haufen zu werfen, und alle positive Religion wegzuphilosophiren. Man macht die ehrwürdigsten Wahrheiten durch übel angebrachten Witz, gleich einem Voltaire, lächerlich. Und dadurch glaubt man Heldenthaten verrichtet zu haben. Aber nichts weniger. Denn einem Religionsfeinde, dessen bösem Herzen ein schwärmerischer Witz zu Gebote stehet, wird es nicht schwer, die ernsthaftesten, wichtigsten, heiligsten Dinge von der lächerlichsten und auffallendsten Seite darzustellen. Und je mehr Beifall ihm von gleichgestimmten Herzen zugejauchzet wird; desto kühner und frecher wird er. Wer auch einmal der Wahrheit feind ist, und wer allen Ueberzeugungen durch gegenseitige Gründe schlechterdings widerstehet, wenn er selbst ihre Stärke fühlet, der wird schon Waffen zu finden, und Gründe herbey zu holen wissen, wodurch er sie bestreitet.

    Weil nun aber theils durch Beiseitsetzung der Polemik, theils durch unterlassene Widerlegung heutiger Religionswidersacher ein sehr großer Schade entsteht, indem viele Religionsliebhaber durch sie irre geführt werden, diejenigen aber, die schon für sich der Religion abhold sind, zu dem Wahn verleitet werden, als hätten die Religionsfeinde durch ihre Schriften große Thaten gethan, und die Religion wirklich gestürzt, wenn auch ohnmächtige Menschen solches zu tun nimmer fähig seyn werden; so will ich hier meine Gedanken sagen, wie man sich gegen Religionsfeinde und ihre Schriften zu verhalten habe.

    Die Widerlegung derselben muß, meinen geringen Einsichten nach, schriftlich und mündlich geschehen, da es an Waffen, sie zu bestreiten, nie fehlen wird. Läßt man wol einen Feind gutwillig Terrein gewinnen? Läßt man ihn ein Land nach dem andern ohne Schwerdtschlag erobern? Thut man ihm nicht vielmehr den tapfersten Widerstand? Und - dem Feinde, der uns das gröste Kleinod, die Religion, rauben, oder zernichten will, sollte man ruhig zusehen, und gewonnen Spiel geben? Würde man nicht selbst dadurch seine Religionsliebe verdächtig machen?

    Aber das behaupte ich zugleich, daß die Widerlegung mit großer Vorsicht, gründlicher Sachkenntniß, aus redlicher Absicht, und unter gewissen Einschränkungen geschehen müsse, wenn sie nicht mehr schaden, als nützen, soll.

    Was zuvörderst die schriftlichen Widerlegungen der Religionsfeinde und ihrer Schriften betrifft; so ist nicht zu läugnen, daß man es öfters dabey bald von dieser bald von jener Seite versehen hat. Manche Vertheidiger der guten Sache der Religion waren ihren Gegnern nicht gewachsen, und letztere triumphierten daher über sie. Andere suchten sich nur durch ihre Gegenschriften einen Namen zu machen, ohne daß ihnen die Religion am Herzen lag, und sagten daher viel Zweckloses. Noch andere wollten recht gründlich die angegriffenen Religionssätze vertheidigen, und - wurden zu weitläuftig, und blieben deshalb ungelesen. Und in der That ist es mit eigentlichen und umständlichen Widerlegungen und Gegenschriften eine mißliche Sache. Nicht darum, weil es an Waffen fehlte, Einwürfe und feindliche Angriffe zu besiegen, sondern deswegen, weil man Irrlehren, Einwürfe, Zweifel und Bestreitungen mit wenig Worten vortragen kann, aber ohnstreitig mehr Worte gebraucht, wenn man den Ungrund eines jeden Satzes, einer jeden Behauptung durch alle mögliche Gründe und Vorstellungen recht einleuchtend darthun will. Die Schrift des Religionsfeindes wird, wenn sie sonderlich in einer geschmückten, einnehmenden und hinreissenden Schreibart abgefaßt ist, mit großer Begierde gelesen, sein Witz bewundert, und sein überzuckertes Gift so reichlich eingesogen, daß es schnelle und fast unvertilgbare Wirkungen hervorbringt; die Widerlegung hingegen wird selten gelesen, theils weil man sich das Wohlbehagen bey jener Schrift nicht gern nehmen lässet, oder nicht vom Gegentheil überzeugt seyn will, theils weil die Widerlegung weit stärker, als die widerlegte Schrift ist, theils weil jene nicht so einnehmend und reizend, als diese, geschrieben war.

    Was ist denn nun aber zu thun, wenn das Gift einer religionswidrigen Schrift gemildert, und der Schaden, der sonderlich bey dem unwissenderen Theil der Lesewelt durch sie angerichtet worden, gehoben, wenigstens verringert werden soll? Man widme dazu eine besondere Schrift, worin die bestrittene oder geläugnete Wahrheit kurz, aber mit starken, auch, wo möglich, neuen Gründen, und in dem reizendsten Stil vorgetragen wird, und bemerke entweder gar nicht, oder nur mit wenig Worten in der Vorrede, daß man bey dieser Schrift die Absicht habe, die, oder die bestrittene oder geläugnete Wahrheit zu befestigen, oder zu vertheidigen.

    Oder man trage die Widerlegung an einem Orte oder in einem Buche, wo sie am allerwenigsten erwartet wird, der Hauptsache nach kurz und bündig vor. Wie oft hat man z. B. in Romanen diese und jene Sätze unvermerkt vielen Lesern beigebracht, denen man ohne dieses Vehikel vielleicht keine Aufmerksamkeit und keinen Beifall verschafft hätte!

    Oder man kleide die Widerlegung einer Schrift, welche die Verkleinerung und Verspottung, oder den Sturz der Religion zur Absicht hat, so ein, oder gebe ihr einen solchen Titel, daß es anfänglich nicht bemerkbar wird, daß es eine Widerlegung seyn sollte. Lieset man schon auf dem Titel: Widerlegung der und der Schrift; so wird sie, wenn sie auch noch so gründlich geschrieben ist, von denen, die schon Parthey genommen haben, nicht gelesen werden. Und so bleibt dann die Mühe des Widerlegers, auch bey der redlichsten Absicht, großentheils fruchtlos.

    Wenn jemand z. B. die Göttlichkeit der heiligen Schrift, oder die Vorsehung Gottes auch über die kleinsten Dinge bestritten, oder geläugnet hätte; so lasse man sich nicht auf eine Widerlegung ein, bey der man alle Sätze des Gegners weitläufig zergliedert, und ihn gleichsam Schritt vor Schritt beleuchtet, wenn man Nutzen stiften, und gelesen seyn will. Nein, man schreibe einen neuen bündigen Beweis jener bestrittenen Lehren, und gebe seiner Schrift einen anziehenden Titel, der es nicht einmal vermuthen lässet, daß man die Widerlegung der religionswidrigen Schrift zur Absicht habe.

    Aber auch eine mündliche Widerlegung der Religionswidersacher und ihrer Schriften ist nöthig. Vielleicht geschiehet sie am füglichsten auf der Kanzel? Keinesweges. Dies wäre der allerunschicklichste Ort. Denn hier kann eine Widerlegung nicht gründlich genug seyn. Viele Zuhörer kennen den bestürmten Religionsfeind so wenig, als seine Schrift. Jetzt werden sie erst mit ihnen bekannt. Nun wird das bestrittene, das für gottlos und schändlich erklärte Buch erst gesucht, und mit großer Begierde gelesen. Und dies Buch, um welches man sich sonst vielleicht nicht bekümmert hätte, geht dem Verleger reissend ab, und wird im Publikum außerordentlich stark verbreitet. Es verhält sich mit demselben, wie mit allen verbotenen Büchern. Man weiß, daß Basedows und Anderer Schriften dann erst recht von den Hamburgern gesucht und gelesen wurden, wenn Göze sie als Schriften, die dem Christenthum höchst schädlich, und also auch höchst verwerflich wären, auf der Kanzel geschildert, und mit großem Eifer davor gewarnet hatte. Man hat Beispiele, daß Verfasser und Verleger es dem Prediger, der ihre Schrift auf eine solche Art bekannt gemacht, und dadurch ihren starken Abgang befördert, sehr verdankt haben. Weil man denn aber einen so widrigen Erfolg von der Widerlegung auf der Kanzel mit großem Verdruß bemerket hat, so ist man klüger geworden. Und man wird wol jetzt davon seltenere Beispiele finden. Aber der theologische Katheder auf Universitäten wäre, wie mich dünkt, vorzüglich der Ort, wo Schriften, welche die Religion bestritten, gründlich widerlegt und abgefertigt werden sollten. Ist es die Absicht der hohen Schulen, daß alle Studirende ihrer künftigen Bestimmung gemäß unterrichtet, und dazu auf alle mögliche Art vorbereitet werden; so müssen auch alle Theile der theologischen Wissenschaften gelehret werden. Die Polemik ist folglich auch ein Unterrichtsgegenstand. Die Bekanntmachung und Widerlegung der alten Irrlehrer und Religionswidersacher, die aus mehr denn einer Ursach den jungen Theologen nothwendig ist, darf nicht verabsäumet werden. Sie müssen lernen, daß die Wahrheit über alle ihre Anfeindungen gesiegt hat. Sie müssen zu einer Fertigkeit, Widersacher zu widerlegen, angeleitet werden. Sie müssen die alten Irrlehren und Angriffe der Religion kennen lernen, damit sie so viele Irrlehren und feindselige Behandlungen des Christenthums in unsern Tagen nicht für etwas Unerhörtes und Neues halten, und mit den Gründen und Waffen bekannt werden, mit welchen sie schon längst bestritten und abgefertiget worden.

    Würde aber nicht insonderheit die neuere Polemik, oder die Bekanntmachung und gründliche Widerlegung der neueren Religionsfeinde und ihrer Schriften eine nothwendige und vorzüglich nützliche Vorlesung eines Professors der Theologie seyn? Wenn er in derselben jede neue Schrift eines Religionswidersachers beleuchtete, genau zergliederte, und mit den besten Gründen auf eine überzeugende Art widerlegte, würde das nicht sowol dem jungen Theologen, als Theologen, als auch dem künftigen Volkslehrer ungemein heilsam und nützlich seyn? Jenem gewiß, weil er ohne gründliche Kenntniß der Streittheologie und Uebung in derselben kein ganzer Theologe seyn kann; aber auch diesem, weil er in Zukunft in Verbindungen kommen, und mit Leuten zu thun haben kann, welche entweder selbst die Religion hassen und bestreiten, oder Nachbeter der Religionshasser und ihrer Schriften sind, folglich fähig seyn muß, denselben ihre Blöße zu zeigen; weil aber auch viele, die einmal Volkslehrer werden wollen, nicht im Stande sind, sich diejenigen Bücher anzuschaffen, aus welchen sie die in dieser Hinsicht nöthigen Belehrungen schöpfen könnten. Und sie selbst, diese jungen Studirenden, würden aus solchen Vorlesungen großen Nutzen ziehen, daß sie vor Irrthümern, Zweifeln und Abwegen bewahret, und zu der ihnen so nöthigen Ueberzeugung von der Wahrheit, Göttlichkeit, und Vortrefflichkeit der Religion geleitet würden, in der Zukunft aber auch andere mit Ueberzeugung davon belehren könnten.

    Wird man es aber auch nicht für nöthig halten, im gesellschaftlichen Umgange die Religion mündlich zu vertheidigen, wenn sie angegriffen wird? Ich sollte es glauben. Aber hier, dünkt mich, werden gründliche Kenntnisse und große Vorsichtigkeit und Klugheit erfordert. Nicht bey jeder Gelegenheit, nicht in jeder Gesellschaft, wo die Religion angegriffen, und diese oder jene Lehren derselben mit fadem Witz bespöttelt oder belachet werden, ist es rathsam, daß ein Lehrer oder Liebhaber der Religion die Waffen zur Vertheidigung gebrauche, wenn er sie auch in Händen hat. Denn mit Nachbetern der Religionsfeinde und ihrer Schriften sich abzugeben, ist nicht der Mühe werth. Und bey andern, die etwa gewissermaßen als originelle Religionsfeinde betrachtet werden könnten, richtet man nicht viel aus. Sind ihrer mehrere in einer Gesellschaft gegenwärtig; so wird der Vertheidiger der Religion leicht überschrieen, und bekommt Aerger und Verdruß zum Lohn. Sind die Widersprecher frech oder vom Wein erhitzt, verstatten sie keinem Ueberzeugungsgrund den Zugang zu ihrem der Religion abgeneigten Herzen, kurz, würde man auch die gründlichsten Wahrheiten zur Vertheidigung seines Glaubens nur tauben Ohren, und schlecht denkenden Herzen predigen; so mache man sich das Stillschweigen zur Pflicht, und gebe blos auf eine kluge Art sein Mißfallen an dergleichen Ausfällen auf die Religion zu erkennen.

    Kann es ein rechtschaffener Lehrer, oder Liebhaber der Religion nicht vermeiden, mit diesem oder jenem einzelnen vorsetzlichen Religionsfeinde umzugeben; so hüte er sich, das Gespräch auf die Religion zu lenken, oder gar in Streit sich darüber mit ihm einzulassen. Denn was können wir bey Menschen ausrichten, die hartnäckig auf ihrem Sinn bestehen, nicht überzeugt seyn wollen, ihrer Einbildung nach starke Geister sind, und von ganz andern Grundsätzen, als wir, ausgehen?

    Am klügsten handelt man, und die grösten Vortheile erhält man dadurch, daß man, wenn man dazu fähig ist, muthwillige Spöttereien, und witzig seyn sollende Einfälle der Religionsfeinde mit treffender Satyre, mit gescheuterem, unerwarteten und angemessenern Witz, und mit niederschlagenden Einfällen zurückweiset. Die so glücklich sind, dergleichen Waffen ganz in ihrer Gewalt zu haben, siegen da, wo alle Ueberzeugungsversuche fruchtlos sind, und bringen die kühnsten Feinde oder Spötter der Religion zum Stillschweigen.

    Ganz anders hingegen hat man mit gutmüthigen Irrenden, mit unvorsetzlichen Zweiflern, und mit Gegnern der Religion, die gern von ihrer Wahrheit, Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit überzeugt seyn möchten, zu verfahren. Ihnen muß man ein Herz voll Mitleiden, Schonung, und Hülfsbegierde entgegen tragen. Sie muß man durch Sanftmuth zu gewinnen bemühet seyn. Ihnen zurecht zu helfen, muß man aus allen Kräften versuchen. Mit ihnen muß man nach den Graden ihrer Fähigkeit verfahren. Ihre Einwürfe zu entkräften, und nach und nach ihnen gar zu benehmen, und sie an der Hand der Freundschaft auf den Weg der Wahrheit und Gewisheit zu leiten, muß unser äußerstes Bestreben seyn. Offene und überzeugungsfähige Gemüther werden dann unsern Gründen gewiß Beifall schenken. Sie werden gewonnen, überzeugt, und aus Feinden der Religion ihre wärmsten Freunde werden.

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    Auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe dieser Zeitschrift ist Mohammed weinend zu sehen, der ein Plakat mit der Aufschrift "Je suis Charlie" hält. Über Mohammed ist zu lesen: "Tout est pardonné"

    Natürlich ist in Wirklichkeit nichts vergeben. Das Magazin wird schließlich nicht von Christen, sondern von linken Religionsfeinden betrieben. Die Karrikatur verhöhnt Mohammedaner, die ihre Anteilnahme mit den Opfern zeigen. Kein sehr feiner Zug, aber konsequent. Und ein bisschen was ist dran an der Kritik, weil dieses "Je suis Charlie" eben eher ein naives Massenphänomen ist. Dem Ereignis wird eine Bedeutung zugemessen, die ihm nicht innewohnt.

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    http://www.kath.net/news/48962

    Unsere kulturelle Identität muss auf alle Fälle geschützt werden. Die kann selbstverständlich bedroht sein, wenn viele kulturfremde Leute einwandern und sich nicht anpassen. Dass sie sich nicht assimilieren lassen wollen, kann man ihnen eigentlich nicht verdenken. Wer will schon seine Identität zugunsten einer fremden aufgeben? Es gibt aber Reibungspunkte und Konflikte, bei denen einer nachgeben muss und das sollte nicht die autochthone Bevölkerung sein. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass wir nicht im selben Zuge Rechte und Freiheiten abschaffen. Das wäre nämlich auch ein Kulturverlust. Dazu Benjamin Franklin: "Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit."

    [color=#006600]FOCUS Online:[/color] Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Paris ist wieder oft der Satz zu hören, Islam und Islamismus dürften nicht gleichgesetzt werden. Hilft das weiter?

    [color=#ff0000]Heiner Geißler[/color]: Dieser Satz hilft leider nicht weiter. Denn dem Normalbürger, der sich in der Religionsgeschichte nicht auskennt, kann der Unterschied nur schwer begreifbar gemacht werden. Außerdem ist es nun einmal leider so: Vieles, was die Islamisten an Schrecklichem tun, wird mit dem Koran begründet. Insofern ist diese Differenzierung auch von der Sache her untauglich.

    Ich tendiere erst mal zur Unschuldsvermutung und setze voraus, dass der Islam nach Mohammed und dem Koran nicht dazu gedacht ist, Gewalt zu verbreiten. Wenn das zutrifft (und das sagen einige Imame), dann handeln mohammedanische Terroristen gegen die Gebote ihres Glaubens. Genau wie es auch fehlgeleitete Christen geben kann, die ihre Sünden mit der Bibel rechtfertigen, weil sie sie nicht verstehen. Insofern muss man den Islam durchaus von terroristischen Islamisten unterscheiden.

    [color=#ff0000]Geißler[/color]: [...] Außerdem müssen wir in Deutschland in der Öffentlichkeit die Frauen-Verschleierung verbieten, nicht nur die Burka, sondern auch die Voll-Verschleierung, bei der nur Teile des Gesichts frei bleiben. Ein Verbot ist nötig, weil die Verschleierung ein Akt der Diskriminierung der Frauen ist.

    Sehe ich nicht ganz so. Man sollte nicht gesetzlich verordnen, welche Kleidung getragen werden darf. Wenn jemand so herumlaufen möchte, soll er das tun dürfen. Genau so wenn es um einen Turban oder Fes geht. Er darf nur nicht dazu gezwungen werden, sowas zu tragen. Das ist sowieso geregelt. Verbote haben wir schon genug.

    Die Inhalte dieses Magazins wären wahrscheinlich auch nicht gerade mein Fall gewesen. Aber ein Anschlag ist natürlich das falsche Mittel. Die Medien behandeln das Thema schon fast wie den World-Trade-Center-Vorfall. Vielleicht gibts ja jetzt auch einen europäischen Kampf gegen den Terror nach amerikanischem Vorbild.

    Ich habe noch keine eindeutige Meinung zur PEGIDA. Ich kenne nur das Positionspapier, wo mir allerdings detailliertere Erläuterungen fehlen, damit ich etwas damit anfangen könnte. Ich denke, sie haben einige gute Punkte.
    Was ich allerdings klar sehe, ist dass die Medien die Positionen der PEGIDA verfälschend darstellen. Das ist man ja schon gewohnt, wenn es um konservative Positionen geht. Es wird immer wieder angedeutet, dass die PEGIDA islamfeindlich wäre. Die Position der PEGIDA ist allerdings nicht, die Mohammedaner oder Ausländer zu vernichten, sondern die Vernichtung unserer eigenen Kultur zu verhindern. Ob die Mittel der PEGIDA dafür angemessen sind, weiß ich noch nicht.

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    Wundert mich eigentlich, dass noch keiner den Rassismus bemängelt hat. Ein großer blonder Arier (wahrscheinlich eine Frau, weil die ja unbedingt qualifikationsunabhängig in Führungspositionen geschubst werden müssen) hat die Zügel in der Hand und ein schwarzes Kind wird ganz hinten mitgeschleppt. ;)

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    http://www.archive.org/details/SchwarzeSONNE

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    Teil 2
    Teil 3

    Google wünscht mit seinem heutigen Logo ein "Frohes Fest".

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    Was für ein Fest ist es? Wer kanns erraten? Sonnenwende ist vorbei. Weihnachten haben wir noch nicht. Aber der geschmückte Rentier-Schlitten scheint irgendwie auf Weihnachten hinzudeuten. Internationale Konzerne sind halt früh dran. Vielleicht auch wegen der Zeitverschiebung. Ganz offensichtlich wird hier aber alle Mühe unternommen, jeden religiösen Bezug auszulassen. Aus politischer Korrektheit, um es allen irgendwie recht zu machen. Oder wie es ein Manager ausdrücken würde:

    "Greeting Cards bitte mit ‘Happy Holidays’ signen. ‘Christmas’ ist nicht Diversity compliant." (Beratersprech.de)

    Tatsächlich macht man es damit niemandem recht. Jemand der das Christentum nicht ausstehen kann, wird alleine schon durch die Erwähnung eines Festes provoziert, da offensichtlich ist, was gemeint ist. Und Christen werden dadurch vor den Kopf gestoßen, dass die entsprechende Symbolik profaniert wird, also dieses Fest seines Kerns, seiner Bedeutung und seiner Wurzeln beraubt und damit sozusagen entweiht wird (Was übrig bleibt, ist "...nachten"). Im Schlitten sitzt kein St. Nikolaus, kein Santa Claus, kein Weihnachtsmann. Weihnachtsstern, Christbaum, Engel, sämtliche Bestandteile einer Weihnachtskrippe, aus all dem hätte man ein Logo erstellen können, das dem Hochfest entspricht. Es wäre fast besser, überhaupt kein Logo zu machen, als ein derart sinnentleertes.

    sollte doch möglich sein, die zu einer reinen verteidigungsarmee umzuformen?

    Die Schwierigkeit dabei ist, wenn eine Armee nicht angreifen kann, kann sie auch nicht zuverlässig verteidigen. Man kann natürlich überall in Deutschland Defensivwaffen positionieren. Aber ich bezweifle, dass das gegen alle Arten von Angriffsszenarien ausreichend schützen würde. Wenn man weiß, dass der Südpol gerade gegen Deutschland mobil macht, muss man sich auch über die eigenen Grenzen hinaus bewegen können, um die Bedrohung zu stoppen, ehe sie die Grenzen erreicht und Schaden anrichtet.