Beiträge von Illuminatus

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    Die Bearbeiten-Funktion scheint im Campus-Bereich nicht zu funktionieren. Da steht dann unter der Signatur: "wbb.post.moderation.disabledPost"

    Edit: Liegt wohl daran, dass ich dort keine Schreibrechte mehr habe. Gleiches Problem wie oben.

    Läuft offenbar ziemlich flüssig, das neue Forum. Wusste gar nicht, dass ein Update geplant war. Vielleicht sind die Registrierungsprobleme damit jetzt gelöst. Kann es gerade aber nicht überprüfen, weil anscheinend die Benutzergruppen beim Update kaputt gegangen sind und mir deshalb im Moment noch die Admin-Rechte fehlen.

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    An deutschen Universitäten ist ja die Beherrschung der englischen Sprache in einigen Fächern schon zur Pflicht geworden. In Düsseldorf plant man jetzt, Englisch als zweite Amtssprache einzuführen.

    Wenn man die deutsche Sprache ganz abschaffen wollte, hätte man damit schon mal einen Fuß in der Tür. Die Beamten müssten dann zwangsweise gutes Englisch beherrschen. Das erhöht mit Sicherheit den Verwaltungsaufwand.

    Unter dem Begriff "Toleranz" verstehen heutzutage manche etwas anderes, als man bisher darunter verstanden hat.

    Alte Toleranz: "Nach dieser Sichtweise kann es sein, dass ich eine Meinung habe, und du die gegensätzliche. Toleranz bedeutet nun, dass ich zwar sage: „Ich habe recht und du liegst falsch“. Trotzdem respektiere ich dich und gestehe dir das Recht zu, deine Meinung frei zu äußern.""

    Neue Toleranz: "„Ich habe eine Meinung, du hast vielleicht eine andere. Ich bin nur dann tolerant, wenn ich dich mit deiner Meinung fördere und unterstütze, selbst wenn ich sie nicht teile.“ Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser neue Toleranzbegriff nur geringfügig vom alten, aber die Verschiebung hat große Auswirkungen."

    http://www.josiablog.de/2015/01/der-fa…neuen-toleranz/

    Auf chinesischen Automessen werden die Hostessen verboten. Der Staat reguliert also in Bereichen, die eigentlich Privatsache sind. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, welches politische System dort vorherrscht. Den Messebetreibern wird damit eine Werbemöglichkeit genommen, die Besucher haben weniger Unterhaltung und die Models verlieren ihre Arbeit. Die Welt berichtet darüber kritisch in einem Artikel. Wenn es nicht um chinesische, sondern um deutsche Messen gehen würde, dann wäre der Unterton in diesem Text sicherlich weniger kritisch. Wahrscheinlich würde die Politik sogar noch gelobt, weil damit die unterdrückten Messe-Mädchen zwangsweise von der Last ihres freiwillig gewählten Jobs befreit werden.

    Olaf Latzel ist ein protestantischer Pastor und kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil er sich angeblich in einer Predigt diskriminierend und ausgrenzend gegen andere Religionen geäußert hat. Hier ein etwas tendenziöser Bericht darüber:

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    Aus den Videos auf dem Youtube-Kanal von Herrn Latzel kann man schnell erkennen, dass er durchaus harte Worte gebraucht. Ähnlich wie der traditionalistische katholische Pfarrer Hans Milch nimmt er wenig Rücksicht auf modernen Zeitgeist und politische Angepasstheit. Das ist erfreulich, weil es hierbei kaum einen guten Grund gibt, darauf Rücksicht zu nehmen.

    Hier die besagte Predigt:

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    Als Katholik kann man an dieser Predigt einiges, aber nicht unbedingt alles, gelten lassen. Für Heiligenverehrung und Reliquien haben Protestanten natürlich wenig Verständnis. Die Rede apelliert jedoch zunächst daran, den eigenen Glauben ernst zu nehmen und dabei konsequent zu sein. Es ist also eine Botschaft gegen Beliebigkeit und Verwässerung der Lehre. So weit, so gut. Das Christentum hat einen Wahrheitsanspruch und wer als Christ andere religiöse Lehren gelten lässt, der befindet sich sehr wahrscheinlich in einem Konflikt mit seinen Überzeugungen. Dieser kompromisslose Reinheitsgedanke ist typisch protestantisch. Man hat den Eindruck, dass Latzel ähnlich wie Luther aufräumen möchte. Bei dieser Aufräumerei kann man allerdings über das Ziel hinausschießen und versehentlich Dinge über Bord werfen, die noch gebraucht werden und ihren Sinn haben. Trotzdem, so etwas wie hinduistische Riten, Freimaurerei oder synkretistische Esoterik in einer christlichen Kirche wären mit Sicherheit nicht im Sinne der authentischen christlichen Lehre. Eine Kirche, die das zulässt, beraubt sich selbst ihrer eigenen Existenzberechtigung. Das hat Latzel deutlich betont. Und auch wenn es nicht in die Gedankenwelt der politisch korrekten Medien und Multikulti-Politik passt: Dem kann man ohne Weiteres zustimmen. Latzel warnt genau vor solchen Ereignissen:

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    Die Seite sieht für mich erst mal sehr unseriös aus. Aber ohne den Inhalt genauer untersucht zu haben, würde ich nicht direkt sagen, dass alles Quatsch ist. Verschwörungstheorien sind nicht unbedingt falsch. Verschwörungen gab es immer wieder mal in der Geschichte. Im Internet verbreiten sich allerdings besonders abwegige und haarsträubende Geschichten sehr schnell. Und sie werden oft von Leuten geglaubt, die meinen, damit eine Erklärung für ihr subjektives Unwohlsein gefunden zu haben. Das heißt allerdings nicht, dass sie dadurch automatisch falsch sind! Die Frage von Martin Müller ist natürlich trotzdem berechtigt.

    Es gab schon einige Threads über Chemtrails hier im Forum. Bekanntlich werden Chemikalien in der Luft versprüht. Beispielsweise Insektizide oder Pflanzenschutzmittel. Ab und zu lassen die Russen auch mal ein paar Wolken abregnen, um schönes Wetter für ihre Paraden zu haben. Bei scheinbar seltsamen Streifen am Himmel kann man jedoch davon ausgehen, dass es sich um ganz normale Kondensstreifen handelt. Wenn man weiß, wie diese Kondensstreifen entstehen und wie sie sich in unterschiedlichen Höhen, Temperaturen und Wetterverhältnissen verhalten, kann man sich ihr Aussehen leicht erklären. Kondensstreifen bleiben länger am Himmel stehen und breiten sich teilweise lange sichtbar aus, wenn die Atmosphäre im Umfeld des Flugzeugs feuchter ist. Die Streifen hören manchmal abrupt auf, wenn das Flugzeug in eine andere Luftschicht wechselt, in welcher andere Wetterverhältnisse herrschen. Wenn diese Streifen Chemtrails wären, müssten sich nach dem Überflug Chemikalien nachweisen lassen, die vorher am jeweiligen Ort nicht vorhanden waren. Soweit ich weiß, wurde dieser Nachweis nie erbracht.

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    Dieser Twitter-Beitrag war letztens in vielen Zeitschriften zu lesen:

    "Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen."

    Hier wird also trivialerweise bemängelt, dass in der Schule wenig gelernt wird, das man im Alltag direkt umsetzen kann. Der Beitrag wird stark überbewertet. Diese Kritik am Schulsystem gibt es schon sehr lange. Aber die Kritiker denken teilweise zu kurz.
    Die Schule ist gar nicht dazu gedacht, alles zu lehren, was man im Alltag gebrauchen kann. Speziell Steuern, Miete und Versicherungen wären allerdings ein sinnvoller Unterrichtsbestandteil. In der Schule lernt man zu lernen. Man eignet sich Wissen und Fähigkeiten an, die es einem später erleichtern, sich in der Welt zurechtzufinden. Das Wissen, das einem vermittelt wird, kann sinnlos erscheinen, wenn man gar keinen direkten Bezug dazu hat. Man erhält dadurch aber wertvolle Informationen, auf die man später ableitend zugreifen kann, um neue Erfahrungen zu bewerten und richtig einzuordnen. Dafür sind eben auch Fächer wie Sprachen, Religion und Geschichte essenziell wichtig. Wenn man solche Fächer abschaffen würde, um sich rein auf die technische, alltägliche und berufliche Fortbildung zu konzentrieren, beschränkt man den geistigen Horizont des Volkes in hohem Maße und erschafft Bürger, die unfähig sind, außerhalb der Grenzen ihrer alltäglichen Lebenswelt zu denken und damit auch zu handeln.

    Niemand behauptet, dass unser Schulsystem perfekt ist. Es wird manches gelehrt, das man weglassen könnte und vieles könnte man noch hinzufügen. Aber man sollte es auch nicht an den falschen Stellen beschneiden.

    Es folgt ein Text, der im Jahre 1798 veröffentlicht wurde und immer noch aktuell erscheint, wenn man vom altertümlichen Deutsch absieht. Er stammt aus dem Buch "Patriotische Übersichten wichtiger Gegenstände aus allen menschlichen Verhältnissen". Eine kleine Anmerkung vorab: Das Wort "Polemik" bezieht sich hier nicht auf unsachliche persönliche Streitgespräche, sondern auf die argumentative und rhetorische Streitkunst im wissenschaftlichen Sinne.


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    Über das Verhalten gegen Feinde der Religion und ihre Schriften.


    Ob es wol rathsam seyn mag, daß in unsern Tagen auf den Universitäten, so viel ich weiß, nicht mehr solche polemische Vorlesungen, wie sie ein Baumgarten, ein Mosheim, die Walche und andere Theologen zu halten pflegten, gehalten werden? Ich denke nicht. Denn junge Theologen lernen die alten Irrlehrer und Religionsfeinde nicht gründlich kennen. Und wenn sie ihnen auch in der Kirchengeschichte bekannt gemacht, und ihre ungegründete Behauptungen erzählet werden; so ist doch da der Ort nicht, wo sie zugleich gründlich widerlegt werden. Sie lernen es auch folglich nicht, dieselben genau zu beleuchten, in den Ungrund ihrer Sätze einzudringen, und sie zu widerlegen.

    Wenn auch von unsern jetzigen Zeitgenossen die großen Verdienste des wahrhaft großen Baumgarten großentheils verkannt, und seine gründlichen Schriften wegen seiner vielen Destinktionen, Zergliederungen, und etwas zu sehr vervielfältigten Eintheilungen, und vielleicht auch aus anderen Gründen, wenig mehr gelesen und geschätzet werden; so bleibt es doch eine unläugbare Wahrheit, daß derselbe in der Polemik eine ganz vorzügliche Stärke besaß, sowol was die Bestimmung der Streitfrage, als auch die Widerlegungsgründe betrifft, und daß aus seiner Schule Männer hervorgegangen sind, welche Wahrheit und Irrthum zu unterscheiden, und jene mit starken Gründen zu vertheidigen, diesen aber mit siegenden Waffen zu bestreiten und zu widerlegen gelernet hatten. Diese Geschicklichkeit sich zu erwerben, sollten doch wol künftige Religionslehrer immer Gelegenheit haben, da es an Irrlehrern und Feinden der Religion bis ans Ende der Tage nicht fehlen wird.

    Warum ist aber die Polemik so verhaßt geworden, und warum lehret man diesen Theil der theologischen Wissenschaften nicht mehr, wie vormals? Darum, weil man zu friedlich, zu nachgebend, zu tolerant gegen Irrlehrer und Religionsfeinde ist, und viele Sätze, welche man vormals für Irrthümer erklärte, jetzt für Wahrheit gelten lässet. Vormals war man äußerst strenge gegen solche, die nur mit einem Satze oder Worte gegen die gewöhnliche und für richtig gehaltene Lehre anstießen, und gieng in der Verketzerung freilich zu weit; jetzt aber scheint die an sich liebenswürdige Toleranz einen zu weiten Raum zu gewinnen. Jetzt ist man bey den gröbsten Anfeindungen der Religion großentheils so stille, als wenn man gar keine Waffen mehr in Händen hätte, solche Pfeile zurück zu treiben.

    Dies leitet mich auf eine andere, und, wie mich dünkt, nicht unwichtige Frage: ob es nemlich heilsam sey, daß man in unsern Zeiten fast die meisten religionswidrigen Schriften, die, weil sie in teutscher Sprache geschrieben sind, und häufig, ja begieriger als andere Bücher, gemeinhin gelesen werden, bey denen, die keine gründliche Kenntnisse besitzen, unaussprechlichen Schaden stiften, unbeantwortet und unwiderlegt lässet? Auch dies glaube ich nicht.

    Denn die Bestreiter der Religion glauben Recht zu haben, weil man ihnen nicht widerspricht, und werden immer dreuster. Und weil ihre Schriften solchen Abgang finden, daß mehrere Buchhändler auf sie vorzüglich Spekulation machen; so werden dieselben auch immer häufiger. Eine Charteke kommt nach der andern heraus. Man erlaubt sichs, die abscheulichsten und ungegründetesten Sätze weitläuftig, und mit vielem Rednerschmuck vorzutragen. Man spottet der Religion und der Bibel, woraus sie geschöpft ist. Man sucht die Grundlehren des Christenthums ganz über den Haufen zu werfen, und alle positive Religion wegzuphilosophiren. Man macht die ehrwürdigsten Wahrheiten durch übel angebrachten Witz, gleich einem Voltaire, lächerlich. Und dadurch glaubt man Heldenthaten verrichtet zu haben. Aber nichts weniger. Denn einem Religionsfeinde, dessen bösem Herzen ein schwärmerischer Witz zu Gebote stehet, wird es nicht schwer, die ernsthaftesten, wichtigsten, heiligsten Dinge von der lächerlichsten und auffallendsten Seite darzustellen. Und je mehr Beifall ihm von gleichgestimmten Herzen zugejauchzet wird; desto kühner und frecher wird er. Wer auch einmal der Wahrheit feind ist, und wer allen Ueberzeugungen durch gegenseitige Gründe schlechterdings widerstehet, wenn er selbst ihre Stärke fühlet, der wird schon Waffen zu finden, und Gründe herbey zu holen wissen, wodurch er sie bestreitet.

    Weil nun aber theils durch Beiseitsetzung der Polemik, theils durch unterlassene Widerlegung heutiger Religionswidersacher ein sehr großer Schade entsteht, indem viele Religionsliebhaber durch sie irre geführt werden, diejenigen aber, die schon für sich der Religion abhold sind, zu dem Wahn verleitet werden, als hätten die Religionsfeinde durch ihre Schriften große Thaten gethan, und die Religion wirklich gestürzt, wenn auch ohnmächtige Menschen solches zu tun nimmer fähig seyn werden; so will ich hier meine Gedanken sagen, wie man sich gegen Religionsfeinde und ihre Schriften zu verhalten habe.

    Die Widerlegung derselben muß, meinen geringen Einsichten nach, schriftlich und mündlich geschehen, da es an Waffen, sie zu bestreiten, nie fehlen wird. Läßt man wol einen Feind gutwillig Terrein gewinnen? Läßt man ihn ein Land nach dem andern ohne Schwerdtschlag erobern? Thut man ihm nicht vielmehr den tapfersten Widerstand? Und - dem Feinde, der uns das gröste Kleinod, die Religion, rauben, oder zernichten will, sollte man ruhig zusehen, und gewonnen Spiel geben? Würde man nicht selbst dadurch seine Religionsliebe verdächtig machen?

    Aber das behaupte ich zugleich, daß die Widerlegung mit großer Vorsicht, gründlicher Sachkenntniß, aus redlicher Absicht, und unter gewissen Einschränkungen geschehen müsse, wenn sie nicht mehr schaden, als nützen, soll.

    Was zuvörderst die schriftlichen Widerlegungen der Religionsfeinde und ihrer Schriften betrifft; so ist nicht zu läugnen, daß man es öfters dabey bald von dieser bald von jener Seite versehen hat. Manche Vertheidiger der guten Sache der Religion waren ihren Gegnern nicht gewachsen, und letztere triumphierten daher über sie. Andere suchten sich nur durch ihre Gegenschriften einen Namen zu machen, ohne daß ihnen die Religion am Herzen lag, und sagten daher viel Zweckloses. Noch andere wollten recht gründlich die angegriffenen Religionssätze vertheidigen, und - wurden zu weitläuftig, und blieben deshalb ungelesen. Und in der That ist es mit eigentlichen und umständlichen Widerlegungen und Gegenschriften eine mißliche Sache. Nicht darum, weil es an Waffen fehlte, Einwürfe und feindliche Angriffe zu besiegen, sondern deswegen, weil man Irrlehren, Einwürfe, Zweifel und Bestreitungen mit wenig Worten vortragen kann, aber ohnstreitig mehr Worte gebraucht, wenn man den Ungrund eines jeden Satzes, einer jeden Behauptung durch alle mögliche Gründe und Vorstellungen recht einleuchtend darthun will. Die Schrift des Religionsfeindes wird, wenn sie sonderlich in einer geschmückten, einnehmenden und hinreissenden Schreibart abgefaßt ist, mit großer Begierde gelesen, sein Witz bewundert, und sein überzuckertes Gift so reichlich eingesogen, daß es schnelle und fast unvertilgbare Wirkungen hervorbringt; die Widerlegung hingegen wird selten gelesen, theils weil man sich das Wohlbehagen bey jener Schrift nicht gern nehmen lässet, oder nicht vom Gegentheil überzeugt seyn will, theils weil die Widerlegung weit stärker, als die widerlegte Schrift ist, theils weil jene nicht so einnehmend und reizend, als diese, geschrieben war.

    Was ist denn nun aber zu thun, wenn das Gift einer religionswidrigen Schrift gemildert, und der Schaden, der sonderlich bey dem unwissenderen Theil der Lesewelt durch sie angerichtet worden, gehoben, wenigstens verringert werden soll? Man widme dazu eine besondere Schrift, worin die bestrittene oder geläugnete Wahrheit kurz, aber mit starken, auch, wo möglich, neuen Gründen, und in dem reizendsten Stil vorgetragen wird, und bemerke entweder gar nicht, oder nur mit wenig Worten in der Vorrede, daß man bey dieser Schrift die Absicht habe, die, oder die bestrittene oder geläugnete Wahrheit zu befestigen, oder zu vertheidigen.

    Oder man trage die Widerlegung an einem Orte oder in einem Buche, wo sie am allerwenigsten erwartet wird, der Hauptsache nach kurz und bündig vor. Wie oft hat man z. B. in Romanen diese und jene Sätze unvermerkt vielen Lesern beigebracht, denen man ohne dieses Vehikel vielleicht keine Aufmerksamkeit und keinen Beifall verschafft hätte!

    Oder man kleide die Widerlegung einer Schrift, welche die Verkleinerung und Verspottung, oder den Sturz der Religion zur Absicht hat, so ein, oder gebe ihr einen solchen Titel, daß es anfänglich nicht bemerkbar wird, daß es eine Widerlegung seyn sollte. Lieset man schon auf dem Titel: Widerlegung der und der Schrift; so wird sie, wenn sie auch noch so gründlich geschrieben ist, von denen, die schon Parthey genommen haben, nicht gelesen werden. Und so bleibt dann die Mühe des Widerlegers, auch bey der redlichsten Absicht, großentheils fruchtlos.

    Wenn jemand z. B. die Göttlichkeit der heiligen Schrift, oder die Vorsehung Gottes auch über die kleinsten Dinge bestritten, oder geläugnet hätte; so lasse man sich nicht auf eine Widerlegung ein, bey der man alle Sätze des Gegners weitläufig zergliedert, und ihn gleichsam Schritt vor Schritt beleuchtet, wenn man Nutzen stiften, und gelesen seyn will. Nein, man schreibe einen neuen bündigen Beweis jener bestrittenen Lehren, und gebe seiner Schrift einen anziehenden Titel, der es nicht einmal vermuthen lässet, daß man die Widerlegung der religionswidrigen Schrift zur Absicht habe.

    Aber auch eine mündliche Widerlegung der Religionswidersacher und ihrer Schriften ist nöthig. Vielleicht geschiehet sie am füglichsten auf der Kanzel? Keinesweges. Dies wäre der allerunschicklichste Ort. Denn hier kann eine Widerlegung nicht gründlich genug seyn. Viele Zuhörer kennen den bestürmten Religionsfeind so wenig, als seine Schrift. Jetzt werden sie erst mit ihnen bekannt. Nun wird das bestrittene, das für gottlos und schändlich erklärte Buch erst gesucht, und mit großer Begierde gelesen. Und dies Buch, um welches man sich sonst vielleicht nicht bekümmert hätte, geht dem Verleger reissend ab, und wird im Publikum außerordentlich stark verbreitet. Es verhält sich mit demselben, wie mit allen verbotenen Büchern. Man weiß, daß Basedows und Anderer Schriften dann erst recht von den Hamburgern gesucht und gelesen wurden, wenn Göze sie als Schriften, die dem Christenthum höchst schädlich, und also auch höchst verwerflich wären, auf der Kanzel geschildert, und mit großem Eifer davor gewarnet hatte. Man hat Beispiele, daß Verfasser und Verleger es dem Prediger, der ihre Schrift auf eine solche Art bekannt gemacht, und dadurch ihren starken Abgang befördert, sehr verdankt haben. Weil man denn aber einen so widrigen Erfolg von der Widerlegung auf der Kanzel mit großem Verdruß bemerket hat, so ist man klüger geworden. Und man wird wol jetzt davon seltenere Beispiele finden. Aber der theologische Katheder auf Universitäten wäre, wie mich dünkt, vorzüglich der Ort, wo Schriften, welche die Religion bestritten, gründlich widerlegt und abgefertigt werden sollten. Ist es die Absicht der hohen Schulen, daß alle Studirende ihrer künftigen Bestimmung gemäß unterrichtet, und dazu auf alle mögliche Art vorbereitet werden; so müssen auch alle Theile der theologischen Wissenschaften gelehret werden. Die Polemik ist folglich auch ein Unterrichtsgegenstand. Die Bekanntmachung und Widerlegung der alten Irrlehrer und Religionswidersacher, die aus mehr denn einer Ursach den jungen Theologen nothwendig ist, darf nicht verabsäumet werden. Sie müssen lernen, daß die Wahrheit über alle ihre Anfeindungen gesiegt hat. Sie müssen zu einer Fertigkeit, Widersacher zu widerlegen, angeleitet werden. Sie müssen die alten Irrlehren und Angriffe der Religion kennen lernen, damit sie so viele Irrlehren und feindselige Behandlungen des Christenthums in unsern Tagen nicht für etwas Unerhörtes und Neues halten, und mit den Gründen und Waffen bekannt werden, mit welchen sie schon längst bestritten und abgefertiget worden.

    Würde aber nicht insonderheit die neuere Polemik, oder die Bekanntmachung und gründliche Widerlegung der neueren Religionsfeinde und ihrer Schriften eine nothwendige und vorzüglich nützliche Vorlesung eines Professors der Theologie seyn? Wenn er in derselben jede neue Schrift eines Religionswidersachers beleuchtete, genau zergliederte, und mit den besten Gründen auf eine überzeugende Art widerlegte, würde das nicht sowol dem jungen Theologen, als Theologen, als auch dem künftigen Volkslehrer ungemein heilsam und nützlich seyn? Jenem gewiß, weil er ohne gründliche Kenntniß der Streittheologie und Uebung in derselben kein ganzer Theologe seyn kann; aber auch diesem, weil er in Zukunft in Verbindungen kommen, und mit Leuten zu thun haben kann, welche entweder selbst die Religion hassen und bestreiten, oder Nachbeter der Religionshasser und ihrer Schriften sind, folglich fähig seyn muß, denselben ihre Blöße zu zeigen; weil aber auch viele, die einmal Volkslehrer werden wollen, nicht im Stande sind, sich diejenigen Bücher anzuschaffen, aus welchen sie die in dieser Hinsicht nöthigen Belehrungen schöpfen könnten. Und sie selbst, diese jungen Studirenden, würden aus solchen Vorlesungen großen Nutzen ziehen, daß sie vor Irrthümern, Zweifeln und Abwegen bewahret, und zu der ihnen so nöthigen Ueberzeugung von der Wahrheit, Göttlichkeit, und Vortrefflichkeit der Religion geleitet würden, in der Zukunft aber auch andere mit Ueberzeugung davon belehren könnten.

    Wird man es aber auch nicht für nöthig halten, im gesellschaftlichen Umgange die Religion mündlich zu vertheidigen, wenn sie angegriffen wird? Ich sollte es glauben. Aber hier, dünkt mich, werden gründliche Kenntnisse und große Vorsichtigkeit und Klugheit erfordert. Nicht bey jeder Gelegenheit, nicht in jeder Gesellschaft, wo die Religion angegriffen, und diese oder jene Lehren derselben mit fadem Witz bespöttelt oder belachet werden, ist es rathsam, daß ein Lehrer oder Liebhaber der Religion die Waffen zur Vertheidigung gebrauche, wenn er sie auch in Händen hat. Denn mit Nachbetern der Religionsfeinde und ihrer Schriften sich abzugeben, ist nicht der Mühe werth. Und bey andern, die etwa gewissermaßen als originelle Religionsfeinde betrachtet werden könnten, richtet man nicht viel aus. Sind ihrer mehrere in einer Gesellschaft gegenwärtig; so wird der Vertheidiger der Religion leicht überschrieen, und bekommt Aerger und Verdruß zum Lohn. Sind die Widersprecher frech oder vom Wein erhitzt, verstatten sie keinem Ueberzeugungsgrund den Zugang zu ihrem der Religion abgeneigten Herzen, kurz, würde man auch die gründlichsten Wahrheiten zur Vertheidigung seines Glaubens nur tauben Ohren, und schlecht denkenden Herzen predigen; so mache man sich das Stillschweigen zur Pflicht, und gebe blos auf eine kluge Art sein Mißfallen an dergleichen Ausfällen auf die Religion zu erkennen.

    Kann es ein rechtschaffener Lehrer, oder Liebhaber der Religion nicht vermeiden, mit diesem oder jenem einzelnen vorsetzlichen Religionsfeinde umzugeben; so hüte er sich, das Gespräch auf die Religion zu lenken, oder gar in Streit sich darüber mit ihm einzulassen. Denn was können wir bey Menschen ausrichten, die hartnäckig auf ihrem Sinn bestehen, nicht überzeugt seyn wollen, ihrer Einbildung nach starke Geister sind, und von ganz andern Grundsätzen, als wir, ausgehen?

    Am klügsten handelt man, und die grösten Vortheile erhält man dadurch, daß man, wenn man dazu fähig ist, muthwillige Spöttereien, und witzig seyn sollende Einfälle der Religionsfeinde mit treffender Satyre, mit gescheuterem, unerwarteten und angemessenern Witz, und mit niederschlagenden Einfällen zurückweiset. Die so glücklich sind, dergleichen Waffen ganz in ihrer Gewalt zu haben, siegen da, wo alle Ueberzeugungsversuche fruchtlos sind, und bringen die kühnsten Feinde oder Spötter der Religion zum Stillschweigen.

    Ganz anders hingegen hat man mit gutmüthigen Irrenden, mit unvorsetzlichen Zweiflern, und mit Gegnern der Religion, die gern von ihrer Wahrheit, Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit überzeugt seyn möchten, zu verfahren. Ihnen muß man ein Herz voll Mitleiden, Schonung, und Hülfsbegierde entgegen tragen. Sie muß man durch Sanftmuth zu gewinnen bemühet seyn. Ihnen zurecht zu helfen, muß man aus allen Kräften versuchen. Mit ihnen muß man nach den Graden ihrer Fähigkeit verfahren. Ihre Einwürfe zu entkräften, und nach und nach ihnen gar zu benehmen, und sie an der Hand der Freundschaft auf den Weg der Wahrheit und Gewisheit zu leiten, muß unser äußerstes Bestreben seyn. Offene und überzeugungsfähige Gemüther werden dann unsern Gründen gewiß Beifall schenken. Sie werden gewonnen, überzeugt, und aus Feinden der Religion ihre wärmsten Freunde werden.

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