Wow, super interessantes -und für mich persönlich neues- Thema, cool!
Und ja Abraxas, es scheint mir dass die Epigenetik sogar noch viel mehr kann als im Text versprochen wird
Also die Wissenschaftler arbeiten ja wohl daran, im Prinzip ein Medikament zu entwickeln, welches die Gene ausschaltet, die die Körperreaktionen auf die Lebensumstände vererben. Die andere Möglichkeit ist offenbar, sein Leben anzupassen und so selbst zu bestimmen was man seinen Nachfahren mitgibt - wie aufregend 
Also ich hab mich da jetzt mal ein ganz bißchen eingelesen, auf geo.de gibts da auch einen sehr interessanten und relativ umfangreichen Artikel zu, Auszug:
"...Umweltbedingungen der heute Lebenden haben Einfluss auf die Nachkommen
Pembrey nimmt an, dass die Nahrungsfülle epigenetische Spuren auf den Geschlechtschromosomen X und Y hinterlässt. Wie weitere Analysen nahelegen, hängen die Auswirkungen in den Folgegenerationen vom "Timing" ab – vom Alter, in dem die erste Generation den Überfluss genoss. Die Großmütter der am stärksten betroffenen Enkeltöchter erlebten die üppigen Zeiten im Uterus oder in der Kindheit - also genau in der Phase, in der sich die Keimzellen in den Eierstöcken entwickeln. Bei Männern dagegen fiel die kritische Spanne in das Ende der Jugendjahre - eine entscheidende Zeit für die spätere Spermienbildung. Die Studien von Pembrey lassen vermuten: Ernährung, Verhalten und Umweltbedingungen der heute Lebenden haben einen immensen Einfluss auf die Gesundheit der Nachkommen – auch weit entfernter. Das bedeutet: Wir müssen in dieser Hinsicht Verantwortung für unsere Kinder und Kindeskinder übernehmen. Entsprechend könnten einige heute verbreitete Krankheiten weit zurückliegende epigenetische Ursachen haben.
Michael Meaney, der Psychologe von der kanadischen McGill University, hingegen überlegt, welche Folgen die Epigenetik für die Sozialpolitik hat. Er gibt zu bedenken, dass die frühe Eltern-Kind-Bindung durch Armut, ein Leben in zerrütteten Verhältnissen oder Dauerstreit beeinträchtigt wird. Das wiederum hemmt, wie man auch ohne Epigenetik weiß, die kognitive Entwicklung der betroffenen Kinder. Aber wirken sich die negativen Faktoren womöglich über epigenetische Prozesse auch auf künftige Generationen aus? "Wir beginnen damit, Ursache-Wirkungs-Pfeile zwischen sozialen und ökonomischen Makrovariablen und kindlicher Hirnentwicklung zu ziehen", sagt Meaney. Und diese Abhängigkeiten seien womöglich ziemlich eng. Lawrence Harper, Psychologe an der University of California in Davis, macht sich ähnliche Gedanken. Er vertritt die These, dass unser epigenetisches Erbe eine Reihe von Persönlichkeitsmerkmalen - darunter Temperament und Intelligenz – beeinflusst. Deshalb dauere es vermutlich mehrere Generationen, um in einer Bevölkerung die Folgen wieder wettzumachen, die Armut, Krieg und Vertreibung im epigenetischen Code hinterließen."
http://www.geo.de/GEO/mensch/medizin/53101.html?p=4
Ich finde die Schlussfolgerungen aufregend und beängstigend zugleich. Wir sind also durch unseren heutigen Lebensstil für das Schicksal unserer Kinder verantwortlich, und wenn unsere Kinder dann da sind, beeinflussen wir durch das Leben das wir ihnen in der Kindheit bieten/aufzwingen auch noch das Schicksal unserer Enkelkinder. Und das ganze pflanzt sich dann auch noch fort und potenziert sich zwangsläufig !? Dazu kommt ja noch dass es auch, wenn man ein bißchen nachforscht, auch einiges über die Lebensumstände unserer Vorfahren aussagen kann. Es ist keine schöne Vorstellung, und gewisse Schlussfolgerungen können sicher noch schrecklicher aber gewiss auch noch aufschlussreicher sein. Man könnte Antworten auf manch große philosophische und soziologische Frage bekommen.
Sehr spannend, macht alle mit 
LG,
TheIsland
PS: Ach nebenbei sollte man vielleicht noch beleuchten warum dieses für uns eigentlich sehr -ja eigentlich unglaublich- wichtige Thema es nie in den Mainstream und in die Köpfe der meisten Menschen geschafft hat. Aber wenn wir kurz nachdenken, kennen wir die Antwort.