Hey Chris, nu will ich auch mal meinen Senf dazugeben. Also ich glaub bei Tierrechten ist es mitunter nicht das Problem, das es sie nicht gibt (zumindest in Deutschland, teilweise
) sondern dass sie aus Geldgier und Bequemlichkeit nicht umgesetzt werden - genau wie bei den Menschenrechten. Auch da werden, aus Ignoranz, Geld- und Machtgier, Opfer billigend "in Kauf"
genommen.
Das macht es um so wichtiger, dass man darüber spricht und dem Interessierten bewusst macht, inwiefern da jeder von uns mit drinsteckt. Denn sicher jeder von uns hat z.B. ein Kleidungsstück aus China, Bangladesch o.ä. im Schrank hängen, und die meisten wissen ja schon unter welchen schlimmen Bedingungen sowas meistens hergestellt wird. Aber trotzdem kaufen die meisten weiter Klamotten, für die andere, in anderen Teilen der Welt ihre Lebenszeit und ihre Lebensfreude opfern mussten. Das liegt zum einen daran, dass die Leute einfach hier und bei sich genug Sorgen haben, oft zu viele um noch an andere Menschen zu denken, mal ganz zu Schweigen davon, dass es vielen einfach finanziell nicht möglich wäre, immer FAIR einzukaufen.
Spontan fällt mir da die Zeile "Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, ich halt sie arm!" aus Reinhard Mey´s "Sei wachsam" ein (Danke Abraxas übrigens für den Hinweis!
) . Wir sind durch unseren Lebenswandel vom Geld abhängig geworden, wir waren dumm genug uns da rein manövrieren zu lassen, und, naja offenbar sind noch nicht genug Menschen schlauer geworden...
Um zum Schluss zu kommen, ich denke dass, solange sich die Menschen einen Scheiss umeinander kümmern, sich für die Tiere schon gar nichts ändern wird (die ja in der "Ordnung" bzw. aus der Sicht der meisten noch "unter den Menschen" stehen !).
Dementsprechend kann man hoffnungsvoll folgern: Wenn die Menschen einander wieder lieben lernen, lernen sie vielleicht auch ihre anderen Mitgeschöpfe wieder zu schätzen, und allen (allem) den gebührenden Respekt entgegenzubringen ("When the power of love overcomes the love of power, world will know real peace" hat auch schon Jimi Hendrix erkannt wie viele ja schon wissen).
Deswegen ist wahr, man muss bei sich und seinen Mitmenschen anfangen die Dinge zu ändern die einen stören, und dann für sich den Weg weitergehen.
Will jetzt aber jemand der schon eine gute Strecke zurückgelegt hat, einen anderen der erst ein paar Meter gemacht hat, oder gar an einer Gabelung in eine andere Richtung abgebogen ist, dauerhaft und mit gutem Gewissen von seinem Standpunkt überzeugen, ist das schwer bis unmöglich.
Leider ist es manchmal so, wie ich auch an mir selbst gemerkt hab, das man den Weg so nicht gehen will und ein paar Stationen überspringt, aus einer bestimmten Überzeugung heraus. So frage ich mich inzwischen ob Tierrechte und vor allem Veganismus nicht tatsächlich für die Leute von Heute einen Schritt zu weit gehen.
Eine Welt "glücklicher" Tiere wird es wohl ohne (in aller Welt) glückliche Menschen kaum geben können.
Chris du weißt vielleicht ja noch, ich bin selbst Veganer und für (Umsetzung der..) Tierrechte. Aber ich bin jetzt an einem Wegpunkt angelangt, wo ich für mich erkannt habe, dass es erstmal wichtiger ist die Menschen zu respektieren und zu lieben und den Menschen selbiges nahezubringen. Den nächsten Schritt machen sie dann vielleicht ähnlich einem Freudensprung von ganz allein
. Ich für mich bleibe bei meinen Moral- und Wertevorstellungen, die ich auch nach mittlerweie weit objektiverer Prüfung für richtig erachte, und ich erzähle auch davon wenn´s passt. Aber ich versuche nicht mehr jemanden davon zu überzeugen.
Sorry, dass es so viel und teilweise pathetisch und metaphorisch geworden ist ;), hoffe der eine oder die andere liests trotzdem...
Liebe Grüße,
TheIsland