• Ehe ich in dieses Erdenleben kam
    Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
    Da war die Kümmernis, da war der Gram,
    Da war das Elend und die Leidensbürde.
    Da war das Laster, das mich packen sollte,
    Da war der Irrtum, der gefangen nahm.
    Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
    Da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

    Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
    Die voller Licht und schöner Träume sind,
    Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
    Und überall der Quell der Gaben rinnt.
    Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
    Die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
    Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
    Als Auserwählter hoher Geister denkt.

    Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
    Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
    Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
    Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
    Und als ich so mein künftig Leben schaute,
    Da hört ein Wesen ich die Frage tun,
    Ob ich dies zu leben mich getraute,
    Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

    Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme —
    »Dies ist das Leben, das ich leben will!«
    — Gab ich zur Antwort mit entschloßner Stimme.
    So wars als ich ins neue Leben trat
    Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
    So ward ich geboren in diese Welt.
    Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt,
    Denn ungeboren hab ich es bejaht.

    Herrmann Hesse

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    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • [size=14]M[/size]ein Kind, es sind allhier die Dinge,
    gleichviel ob große, ob geringe,
    im Wesentlichen so verpackt,
    dass man sie nicht wie Nüsse knackt.

    Wie wolltest du dich unterwinden,
    kurzweg die Menschen zu ergründen?
    Du kennst sie nur von außenwärts,
    du siehst die Weste nicht das Herz.
    Wilhelm Busch


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    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • (1935)

    Um sein Brot nicht zu verlieren
    In den Zeiten zunehmender Unterdrückung
    Beschließt mancher, die Wahrheit
    Über die Verbrechen des Regimes bei der Aufrechterhaltung der Ausbeutung
    Nicht mehr zu sagen, aber
    Aber auch die Lügen des Regimes nicht zu verbreiten, also
    Zwar nicht zu enthüllen, aber
    Auch nichts zu beschönigen. Der so Vorgehende
    Scheint nur von neuem zu bekräftigen, daß er entschlossen ist
    Auch in den Zeiten zunehmender Unterdrückung
    Sein Gesicht nicht zu verlieren, aber in Wirklichkeit
    Ist er doch nur entschlossen
    Sein Brot nicht zu verlieren. Ja, dieser sein Entschluß
    Keine Unwahrheit zu sagen, dient ihm dazu, von nun an
    Die Wahrheit zu verschweigen. Das kann freilich
    Nur eine kleine Zeit durchgeführt werden. Aber auch zu dieser Zeit
    Während sie noch einhergehen in den Ämtern und Redaktionen
    In den Laboratorien und auf den Fabrikhöfen als Leute
    Aus deren Mund keine Unwahrheit kommt
    Beginnt schon ihre Schädlichkeit. Wer mit keiner Wimper zuckt
    Beim Anblick blutiger Verbrechen, verleiht ihnen nämlich
    Den Anschein des Natürlichen. Er bezeichnet
    Die furchtbare Untat als etwas so Unauffälliges wie Regen
    Auch so unhinderbar wie Regen.
    So unterstützt er schon durch sein Schweigen
    Die Verbrecher, aber bald
    Wird er bemerken, daß er, um sein Brot nicht zu verlieren
    Nicht nur die Wahrheit verschweigen, sondern
    Die Lüge sagen muß. Nicht ungnädig
    Nehmen die Unterdrücker ihn auf, der da bereit ist
    Sein Brot nicht zu verlieren.
    Er geht nicht einher wie ein Bestochener
    Da man ihm ja nichts gegeben, sondern
    Nur nichts genommen hat.
    Wenn der Lobredner
    Aufstehend vom Tisch der Machthaber, sein Maul aufreißt
    Und man zwischen seinen Zähnen
    Die Reste der Mahlzeit sieht, hört man
    Seine Lobrede mit Zweifeln an.
    Aber die Lobrede dessen
    Der gestern noch geschmäht hat und zum Siegesmahl nicht geladen war
    Ist mehr wert. Er
    Ist doch der Freund der Unterdrückten. Sie kennen ihn.
    Was er sagt, das ist
    Und was er nicht sagt, ist nicht.
    Und nun sagt er, es ist
    Keine Unterdrückung.
    Am besten schickt der Mörder
    Den Bruder des Ermordeten
    Den er gekauft hat, zu bestätigen
    Daß ihm den Bruder
    Ein Dachziegel erschlagen hat. Die einfache Lüge freilich
    Hilft ihm, der sein Brot nicht verlieren will
    Auch nicht lange weiter. Da gibt es zu viele
    Seiner Art. Schnell
    Gerät er in den unerbittlichen Wettkampf aller derer
    Die ihr Brot nicht verlieren wollen: es genügt nicht mehr der Wille zu lügen.
    Das Können ist nötig und die Leidenschaft wird verlangt.
    Der Wunsch, das Brot nicht zu verlieren, mischt sich
    Mit dem Wunsch, durch besondere Kunst dem ungereimtesten Gewäsch
    Einen Sinn zu verleihen, das Unsagbare
    Dennoch zu sagen.
    Dazu kommt, daß er den Unterdrückern
    Mehr Lob herbeischleppen muß als jeder andere, denn er
    Steht unter dem Verdacht, früher einmal
    Die Unterdrückung beleidigt zu haben. So
    Werden die Kenner der Wahrheit die wildesten Lügner.
    Und das alles geht nur
    Bis einer daherkommt und sie doch überführt
    Früherer Ehrlichkeit, einstigen Anstands, und dann
    Verlieren sie ihr Brot.

    Berthold Brecht

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Hab herzlichen Dank, Jo! Da uns Bertolt Brecht in der Schule vergällt wurde ("Lob des Kommunismus" z. B.), habe ich ihn nie sonderlich gemocht, aber wenn ich das lese, was Du hier eingestellt hast, sieht es schon ganz anders aus...

    (Tut mir leid, dass ich mich hier rar gemacht habe, aber mein Leben fließt stark, bin viel unterwegs und nur noch selten in Foren. Im "Gesichtsbuch" gerade mal, doch das hat Werbecharakter für mich...)

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    [font='Comic Sans MS, sans-serif'][size=14]Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.[/size][/font]
    [font='Comic Sans MS, sans-serif'][size=10]Albert Schweitzer[/size][/font]

  • und nur noch selten in Foren....................

    nanabozho, ich vermisse Dich :)

    Falls Du noch einmal hier reinschaust, habe ich noch etwas fuer Dich:


    An die Nachgeborenen Vortrag

    I
    Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
    Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
    Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
    Hat die furchtbare Nachricht
    Nur noch nicht empfangen.

    Was sind das für Zeiten, wo
    Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
    Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
    Der dort ruhig über die Straße geht
    Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
    Die in Not sind?

    Es ist wahr: Ich verdiene nur noch meinen Unterhalt
    Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
    Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.
    Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)

    Man sagt mir: Iss und trink du! Sei froh, dass du hast!
    Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
    Ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
    Mein Glas Wasser einem Verdursteten fehlt?
    Und doch esse und trinke ich.

    Ich wäre gerne auch weise.
    In den alten Büchern steht, was weise ist:
    Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
    Ohne Furcht verbringen
    Auch ohne Gewalt auskommen
    Böses mit Gutem vergelten
    Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
    Gilt für weise.
    Alles das kann ich nicht:
    Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!


    II

    In die Städte kam ich zur Zeit der Unordnung
    Als da Hunger herrschte.
    Unter die Menschen kam ich zu der Zeit des Aufruhrs
    Und ich empörte mich mit ihnen.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    Mein Essen aß ich zwischen den Schlachten
    Schlafen legte ich mich unter die Mörder
    Der Liebe pflegte ich achtlos
    Und die Natur sah ich ohne Geduld.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    Die Straßen führten in den Sumpf zu meiner Zeit.
    Die Sprache verriet mich dem Schlächter.
    Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
    Saßen ohne mich sicherer, das hoffte ich.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    Die Kräfte waren gering. Das Ziel
    Lag in großer Ferne
    Es war deutlich sichtbar, wenn auch für mich
    Kaum zu erreichen.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.


    III

    Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
    In der wir untergegangen sind
    Gedenkt
    Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
    Auch der finsteren Zeit
    Der ihr entronnen seid.

    Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
    Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
    Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

    Dabei wissen wir doch:
    Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
    Verzerrt die Züge.
    Auch der Zorn über das Unrecht
    Macht die Stimme heiser. Ach, wir
    Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
    Konnten selber nicht freundlich sein.

    Ihr aber, wenn es soweit sein wird
    Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
    Gedenkt unsrer
    Mit Nachsicht.

    [Blockierte Grafik: http://users.skynet.be/lit/brecht_mit_zigarre.jpg]
    Berthold Brecht

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Ich bin ja fassungslos.
    Als guter ,politisch korrekter BRD Bürger,bin ich der Meinung dieser Brecht gehört auf den Index der Zensurliste. ;)
    Aber nach reiflicher Überlegung verwerfe ich den Plan der Meldung an die Indexbehörde.
    Die meisten kennen Brecht eh nur noch vom Namen her,geschweige denn seine Literatur.


    eVPBFZbcXR4

    [size=10]Deutscher mit fehlendem Migrationshintergrund .
    [/size]

  • Ich bin ja fassungslos.

    Ooch, das ist aber ne spaete Reaktion, das ist doch schon fast 80 Jahre alt und Stenkelfeldf???? Ob der hier ne Anleihe getaetigt hat ?(
    Wie dem auch sei:

    ...Die Zeiten der Vergangenheit
    sind uns ein Buch mit sieben Siegeln
    Was ihr den Geist der Zeiten heisst,
    Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
    Zu dem die Zeiten sich bespiegeln.

    Ja, was man so erkennen heisst!
    Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?
    Die Wenigen, die was davon erkannt,
    Die toericht gnug ihr volles Herz nicht wahrten,
    Dem Poebel ihr Gefuehl, ihr Schauen offenbarten,
    Hat man seit je gekreuzigt und verbrannt.
    J.W.v. Goethe (Zitat aus Faust)


    Gruss Jo

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Ich moechte hier eine Anleihe von einem unserer Miglieder machen, Michi 65. Er schreibt eigene Gedichte, die mich persoenlich sehr beruehren:

    Wieviel?

    wieviel kann ein mensch ertragen,
    wieviel hält ein mensch wohl aus?
    trau mich fast nicht es zu fragen
    doch ich kann aus meiner haut nicht raus

    wieviel schläge auf die seele kann man
    ertragen,ohne das man zu grunde geht?
    wieviel kraft braucht man wenn der wind
    scheinbar nur von vorne weht?

    wieviel tränen können fließen bis die
    seele trocken liegt?
    wieviel kann ein mensch ertragen
    ohne das die verbitterung siegt?

    gegen wieviel mauern muss man rennen
    bis endlich eine mal umfällt?
    wieviel kannst du wohl noch ertragen
    bevor du mit der meute bellst?

    wieviel kann man wohl ertragen
    bevor die seele flügel kriegt?
    erst wenn du dich zum letzten schritt
    entschließt,hat die verbitterung die
    hoffnung besiegt.


    copyright by

    michi65
    wieviel?


    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Der Mensch lebt durch den Kopf.
    Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
    Versuch es nur, von deinem Kopf
    Lebt höchstens eine Laus.
    Denn für dieses Leben
    Ist der Mensch nicht schlau genug.
    Niemals merkt er eben
    Diesen Lug und Trug.

    Ja, mach nur einen Plan!
    Sei nur ein großes Licht!
    Und mach dann noch ‘nen zweiten Plan
    Gehn tun sie beide nicht.
    Denn für dieses Leben
    Ist der Mensch nicht schlecht genug.
    Doch sein höhres Streben
    Ist ein schöner Zug.

    Ja, renn nur nach dem Glück
    Doch renne nicht zu sehr
    Denn alle rennen nach dem Glück
    Das Glück rennt hinterher.
    Denn für dieses Leben
    Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
    Drum ist all sein Streben
    Nur ein Selbstbetrug.

    Der Mensch ist gar nicht gut
    Drum hau ihm auf den Hut.
    Hast du ihm auf den Hut gehaun
    Dann wird er vielleicht gut.
    Denn für dieses Leben
    Ist der Mensch nicht gut genug
    Darum haut ihm eben
    Ruhig auf den Hut!
    Berthold Brecht


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    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
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    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Taubstumm scheinst du mir zwar, du redest öfter durch Zeichen
    Oder Gebärden, als durch unser geschmeidiges Wort,
    Ja, du bedienst dich auch dann noch des schlichtesten, das du nur findest,
    Aber ich nenne dich doch unser unsterblichstes Lied.
    Kommen werden die Zeiten, wo Asiens grimmige Horden
    Uns aufs neue den Kampf bieten am goldenen Horn,
    Und, wie die Väter gesiegt, so können die Enkel erliegen,
    Denen der gläubige Mut fehlt, wie das riesige Mark.
    Dann ergießt sich der Schwarm, geführt von Attilas Schatten,
    Über den Stolz der Kultur ohne Erbarmen daher,
    Bilder werden zerfetzt, und Statuen werden zerbrochen,
    Bücher in Bänden verbrannt oder von Pferden zerstampft.
    Selbst die Sprachen zerschellen und schmelzen am Ende zusammen,
    Aber, wenn diese geschieht, ist auch die Brücke gebaut,
    Die den ersten Mongolen verlockt, sich hinüber zu wagen
    In die verschüttete Welt, welche noch stammelt für ihn.
    Trifft er unter den Trümmern den Faust dann oder den Tasso,
    Wirft er sie lachend zurück in das durchstöberte Grab,
    Denn was hätt’ ihm der Doktor im schwarzen Talare zu sagen,
    Oder der weiche Poet, welcher den Kränzen erliegt?
    Aber die Helden Burgunds versteht er, den grimmigen Hagen
    Und das rächende Weib, wenn auch das liebende nicht,
    Und so schlagen die Recken, die unsre ältesten Schlachten
    Durchgefochten, dereinst auch noch die jüngste für uns.

    Friedrich Hebbel

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    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Gestern war Wintersonnenwende und jetzt werden die Tage wieder länger :thumbup:


    Weihnacht um an Muggenschritt,

    Neujahr um an Hahnenritt,

    Dreikönig um an Hirschensprung,

    Lichtmeß um a ganze Stund.

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    Friedrich Nietzsche[/color]

  • So schnell vergeht die Zeit :)

    Wert der Zeit

    Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt,
    und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt.
    Und du auch stehst nie still, der gleiche bleibst du nimmer,
    und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer.
    Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet,
    weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.
    Friedrich Rückert (1788 - 1866)

    Gesang der Geister über den Wassern
    Des Menschen Seele
    Gleicht dem Wasser:
    Vom Himmel kommt es,
    Zum Himmel steigt es,
    Und wieder nieder
    Zur Erde muß es,
    Ewig wechselnd.

    Strömt von der hohen,
    Steilen Felswand
    Der reine Strahl,
    Dann stäubt er lieblich
    In Wolkenwellen
    Zum glatten Fels,
    Und leicht empfangen
    Wallt er verschleiernd,
    Leisrauschend
    Zur Tiefe nieder.

    Ragen Klippen
    Dem Sturz entgegen,
    Schäumt er unmutig
    Stufenweise
    Zum Abgrund.

    Im flachen Bette
    Schleicht er das Wiesental hin,
    Und in dem glatten See
    Weiden ihr Antlitz
    Alle Gestirne.

    Wind ist der Welle
    Lieblicher Buhler;
    Wind mischt vom Grund aus
    Schäumende Wogen.

    Seele des Menschen,
    Wie gleichst du dem Wasser!
    Schicksal des Menschen,
    Wie gleichst du dem Wind!
    Johann Wolfgang v. Goethe (1779)

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    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Deutsche Brüder, deutsche Schwestern hört die gute Botschaft
    gleich:

    Schimpf und Schande waren gestern, es gibt noch das Deutsche Reich!

    Deshalb laßt euch nicht mehr knebeln, gebt vertraulich uns die Hand,

    laßt euch nicht den Geist vernebeln, habt Vertrau'n zum Vaterland


    Antideutsche sollen spüren, wir beenden Lug und Trug,

    laßt euch länger nicht verführen, kämpf für Wahrheit Zug und Trug.

    Uns'rem Feind darf nicht gelingen, daß man seine Lügen glaubt,

    daß wir fremde Lieder singen, wenn er unser Land beraubt!


    Die Geschöpfe an der Spitze in der bunten Republik,

    machen ihre schlimmen Witze, führen gegen Deutschland Krieg!

    Euer Geld ist schon verschwunden, keine Arbeit mehr in Sicht,

    spürt ihr wirklich nicht die Wunder? Fühlt ihr, wie der Feind euch sticht?


    Wollt ihr ewig es ertragen, fremd zu sein im eignen Land`

    Wollt ihr euren Kindern sagen, daß man nie die Wahrheit fandt?

    Unser Deutschland darf nicht sterben, es wird Zeit, daß ihr erwacht,

    deshalb denkt an eure Erben, über die der Feind sonst Lacht!


    Deutsche Brüder, deutsche Schwestern, ist euch wirklich alles gleich?

    Laßt den Feind doch weiter lästern, haltet treu zum Deutschen Reich


    .........................................................................................

    Karl Karl Lachmann wurde am 4. März 1793 in Braunschweig geboren und
    wirkte als Professor an der Berliner Universität. Eine enge Freundschaft
    verband ihn mit den Gebrüdern Grimm. Sie gelten gemeinsam mit Georg Friedrich
    Benecke als Gründunsväter der Deutschen Philologie bzw Germanistik.

    [size=10]Deutscher mit fehlendem Migrationshintergrund .
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