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21

07.01.2011, 21:29

Zitat von »Galileo Galilei«
Mathematik ist das Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat.

Das Universum ist ein Gedanke Gottes. Friedrich Schiller ( philosophische Briefe )

Zitat
Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen.
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." Albert Einstein
Zitat von »Albert Einstein«
Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.


„Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein keimt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot. Albert Einstein

Und jetzt wende ich mich wieder dem Mystischen und Legenden zu :)

Damit gelangen wir zur zweiten Frage. Gibt es wirklich noch unzugängliche Räume unter den
Pyramiden?

Im Sommer des Jahres 1986 entdeckten die französischen Architekten Jeanne-Patrice Domion und Cilles Goidin mit Hilfe elektronischer Dedektoren Hohlräume in der Cheops-Pyramide - so unter dem Gang zur „Königinnenkammer“ einen 3 m breiten und 5,5 m hohen Hohlraum, der mit kristallinem Quarzsand gefüllt ist - aus welchen Gründen auch immer.

Am 22. Januar 1987 begann ein japanisches Team - angespornt durch die Erfolge der Franzosen - seine Arbeit. Die Forscher arbeiteten mit modernsten elektronischen Geräten im Auftrag der Waseda-Universität Tokio. Dem Team gehörten ein Professor für Ägyptologie, ein Doktor der Geophysik und verschiedene Elektronikspezialisten an. Teamchef war Professor Sakij Yoshimura, der mit dem Chef der Ägyptischen Altertumsverwaltung Dr. Ahmed Kadry kooperierte.

Die Japaner durchleuchteten mit ihren hochpräzisen Geräten die Große Pyramide und das Gebiet der Sphinx. Es gelang ihnen, eindeutige Hinweise auf ein ganzes Labyrinth von Gängen und Hohlräumen in der Großen Pyramide und in ihrem Umfeld zu sammeln. Durch Artefakte inzwischen bestätigt wurde die auf gleiche Art gemachte Entdeckung einer zweiten Sonnenbarke im Felsplateau neben der Pyramide. Vielleicht sind die entdeckten Stollen und Kammern auch Zugänge zu einem unterirdischen Reich, möglicherweise sogar Wege nach Agartha.


Das Reich Agartha soll sich im Mittelpunkt eines ausgedehnten, weltumspannenden Netzwerkes unterirdischer Stollen und Kanäle befinden, dass alle Teile der Welt miteinander verbindet. Helena P. Blavatsky (1833-1891), die Begründerin der Theosophischen Gesellschaft, berichtet in ihren Studien von unterirdischen Krypten und Höhlenbibliotheken im Raum Asien. Nach ihren Schilderungen liegen im Inneren der Mongolei riesige versunkene Städte. Auch unter Russland soll es blühende Städte und riesige unterirdische Räume geben.





„Die Pforten zu dieser Welt öffnen sich nur dem Horus, der sie baute und begründetet; er ist es, der sie bewacht, er ist es, der sie beschützt. Sie werden sich niemals denen öffnen, die im Westen, Osten, Norden, Süden oder in der Mitte der Welt wohnen.“ Dies besagt eine Pyramideninschrift.

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts trugen sich Minengesellschaften mit der Absicht, die nubischen Goldgruben der mythischen Königin von Saba zu reaktivieren. In den Minen von Derekib im Sudan stießen die Schürfer auf eine seltsame Steinmauer mit verwaschenen Hieroglyphen, tief in einem Stollen. Statt die Mauer mittels Dynamit aufzubrechen, ließen die Herren der Mine den Gang zuschütten, da ohnehin kein Gold gefördert wurde.

Die Grenzen des mysteriösen Reiches Agartha scheinen aber nicht nur Teile Asiens und Afrikas, sondern auch Südamerika zu umfassen. Schon lange vor dem legendären Gründer Cuszcos - dem Inka Manco Capac - gab es an der gleichen Stelle in Peru eine megalithische Stadt, welche einstmals vom Schöpfergott Con Ticci Virachocha selbst erbaut worden sein soll und den Namen Acamama trug. Im Jahre 1950 bewies ein verheerendes Erdbeben, daß die Stadt Acamama einst tatsächlich existierte. Die Erdstöße legten zwei Tempel aus der Megalithzeit frei. Einer dieser Tempel, aus sorgsam geschliffenem, grünem Diorit erbaut, befindet sich nur 80 m von Cuszcos Hauptplatz entfernt.

Noch interessanter als diese Entdeckung ist jedoch die Tatsache, daß mächtige unterirdische Labyrinthe, welche ebenfalls aus der Megalithzeit stammen, die Erde unter Cuszco durchziehen. Spanische Chronisten aus der Epoche der Eroberung Perus durch Pizarro und seine Conquistadoren verzeichneten, daß bei der Plünderung der Inka-Heiligtümer
ein Großteil der dort angehäuften Kunstschätze aus Edelmetallen auf geheimnisvolle Weise in den unterirdischen Labyrinthen verschwand.

Diese kunstvoll aus dem Fels geschnittenen Stollen werden noch heute „Chinkanas“ genannt. Sie bilden in ihrer Vielfalt einen unentwirrbaren unterirdischen Irrgarten, der schon manchem ehrgeizigen Amateurforscher zum Verhängnis wurde. Aus diesem Grunde ließ der Präfekt von Cuszco nach mehreren tödlichen Unfällen alle bekannten Eingänge zu dem Labyrinth vermauern. Die „Chinkanas“ bewahren ihre Geheimnisse - bis heute übrigens.

Freilich wäre es relativ einfach, diese Geheimnisse durch den Einsatz moderner Technik zu entschlüsseln. Doch niemand scheint ein Interesse daran zu haben, solche Technik bei der Erforschung der „Chinkanas“ einzusetzen. Es ist, als obein ungeschriebenes Gesetz davor warnte, derartige Rätsel zu entschleiern. Sie könnten gefährlich sein.

Fortsetzung....

"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
Friedrich Nietzsche

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Jo« (22.01.2011, 21:39)


22

08.01.2011, 00:56

Zitat

Es geht nicht um freie Meinungsäußerung und auch nicht darum, ob ich
etwas berechnen kann oder nicht. Hier geht es um Legenden und Berichte.
Es geht darum aufzuzeigen, warum es Menschen gibt die daran glauben.
Moment, war die Überschrift nicht, "was spricht für die
Hohlwelttheorie?" Warum hast du dann nicht gleich geschrieben: warum
glauben Menschen lieber Mythen und Legenden als die Realität anzusehen? Oder warum finden Menschen glauben einfacher und Mathematik eine Einschränkung ihrer Freiheit? Wie kann ein Werkzeug eine Einschränkung sein? Ein Werkzeug erweitert immer die eigenen Möglichkeiten.

Licht folgt übrigens den Gesetzmäßigkeiten und von einigen Filmen, die Leute in youtube stehen, bekommt man braune Augen. Mit anderen Worten, man muss nicht jeden Scheiß ansehen.

Sehr deutlich wird in diesem Faden, dass einige Leute verunsichert sind. Wissen scheint ihnen ebenso unzuverlässig wie Glauben, so dass es die Mühe nicht wert scheint, sich mit Wissen zu beschäftigen. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Wissenschaft ist nicht das, was in der Öffentlichkeit ankommt. Die einzige Möglichkeit selber wissen zu können oder auch abschätzen zu können, was sein kann und was nicht sein kann, bedingt die Beschäftigung mit dem Thema.

So wie man aber keinen Teppich ohne Teppichmesser verlegen kann und keine Mauer ohne Kelle, Wasserwaage etc. bauen kann, braucht man auch Werkzeuge, um Wissenschaft betreiben zu können. Das bedeutet im Grunde, dass es hier zunächst um das Erlernen von Methoden und das Beherrschen der nötigen Werkzeuge geht und erst dann um das spezifische Wissen.

Das, wogegen sich viele so wehren ist nur ein Hilfsmittel. Es hilft sogar das Hirn zu strukturieren, erweitert das Denken, da man ständig hinzulernt, verhilft zu Aha-Effekten, macht frei, da man unterschieden lernt (was nicht urteilen bedeutet), bringt meditative Erlebnisse, wenn man sich in etwas vertieft.

Gruß von der Sonnenblume

fivemilesout

unregistriert

23

08.01.2011, 05:37

Zitat

Wie kann ein Werkzeug eine Einschränkung sein? Ein Werkzeug erweitert immer die eigenen Möglichkeiten.


Falsch! Wenn ich mit einem Brecheisen eine Wand anstreichen möchte, weil ich nicht weiß, daß ich dafür einen Pinsel benötige, ist das Ergebnis definitiv nicht das erwünschte.

Man sollte auch über die mentale Fähigkeit verfügen, den Blickwinkel zu ändern. Aber das können "Wissenschaftler" meist nicht, statt dessen bekommen sie feuchte Höschen, wenn sie ihre Diplome betrachten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »fivemilesout« (08.01.2011, 09:40)


24

08.01.2011, 09:57

und was schreibe ich hier?

Zitat

So wie man aber keinen Teppich ohne Teppichmesser verlegen kann und keine Mauer ohne Kelle, Wasserwaage etc. bauen kann, braucht man auch
Werkzeuge, um Wissenschaft betreiben zu können. Das bedeutet im Grunde, dass es hier zunächst um das Erlernen von Methoden und das Beherrschen der nötigen Werkzeuge geht und erst dann um das spezifische Wissen.
Zu dem Beherrschen der Werkzeuge gehört auch Lesen und vor allem Verstehen, was man liest. Wenn du es nicht verstehst, frage besser nach. Irgendetwas zu interpretieren, weil man meint das so verstanden zu haben, oder weil es einem aufgrund des eigenen beschränkten Wissens- und Erkenntnisstandes plausibel erscheint, oder weil es der eigenen Unlogik entgegen kommt, führt so gut wie immer zu falschen Schlussfolgerungen, es sei denn man ist verdammt gut im Raten.

Sonnenblume

p.s.: das Werkzeug kann nie etwas für die Dummheit und Inkompetenz seiner Anwender ;)

25

08.01.2011, 11:52

Moment, war die Überschrift nicht, "was spricht für die
Hohlwelttheorie?" Warum hast du dann nicht gleich geschrieben: warum.........

Weil ich diesen Titel gewählt habe, so einfach ist das, ich hätte auch schreiben können "Was veranlasst Menschen daran zu glauben, dass die Welt hohl sei" - ansonsten, da ich hier Autor bin, wähle ich meinen Titel.

Licht folgt übrigens den Gesetzmäßigkeiten.......

Ja natürlich, habe ich auch "gelernt" :) , irgendwo im Netzt, habe ich auch gelesen, dass es auch Abweichungen gibt, bzw. eine andere Theorie, vielleicht finde ich das ja wieder.

Das hietr nicht steht "das ist so und basta", ist doch klar, habe ich doch erklärt, es geht um uralte Legenden und auch um Neueres, wenn man jetzt zu Beispiel, das Buch liest" Der Tag an dem die Götter starben" von Ernstling und vieler anderer mehr, auch Jo Conrad. Sie bringen Fakten und viele Quellen. Quellen die auch hier den letzten beiden "Erzählungen" zugrunde liegen, wie:

u.a. Verwendete Literatur

Berlitz, Charles; Der Weltenkönig in Die größten Rätsel und Geheimnisse unserer Welt;bei Goldmann-Taschenbuchverlag /1990
Berlitz, Charles; Spurlos - Neues aus dem Bermuda-Dreieck; Knaur -Taschenbuchverlag / 1980
Burkhardt, Roland: Es geht die Sage/ Sächsische Heimatsagen; Geographischer Großbetrieb Völkerfreundschaft; Dresden / 1987
Hecht, Gretel und Wolfgang; Deutsche Heldensagen (Nacherzählungen); Gustav Kiepenheuer Verlag; Leipzig und Weimar /1981
Jost, Hugo; Träumereien um Agartha in Kosmische Spuren; Goldmann-Taschenbuchverlag / 1988
Malachow, Anatoli; Das goldene Idol; bei Verlag Neues Leben; Berlin / 1984
Pludek, Alexej; Der Untergang der Atlantis; Gustav Kiepenheuer Verlag; Leipzig und Weimar / 1989
Krassa, Peter; Das Geschoß aus dem Weltraum in Kosmische Spuren; Goldmann-Taschenbuchverlag / 1988
Rackwitz, Erich; Versunkene Welten, ferne Gestadte; Urania-Verlag; Leipzig-Jena-Berlin /6. überarbeitete Auflage /1976
Rackwitz, Erich; Fremde Pfade, ferne Gestade; Urania-Verlag; Leipzig-Jena-Berlin /1986
Däniken, Erich von; Die Augen der Sphinx; Bertelsmann-Verlag /1989


Es ist ähnlich wie in der Wissenschaft (lehnst Du natürlich ab, ist mir klar :) ) man sucht und recherchiert.

Gruß Jo

PS, in Mythen und Legenden kenne ich mich nunmal ziemlich gut aus, diesen gilt mein "Liebe" seit früher Jugend. - So wie Du Dich der berechnenden Wissenschaft zugewandt hast. Dass da Welten aufeinander prallen..... wer wollte das in abrede stellen :)
"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
Friedrich Nietzsche

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Jo« (08.01.2011, 12:08)


26

08.01.2011, 11:59

Manchmal kann man einer Legende auch einfach lauschen. Ich bin zwar kein Anhänger der Theorie, aber Jo fasst hier schön und sauber die Entstehungsgeschichte des Mythos zusammen. Gut, mit einer ordentlichen Portion an Wertungen. Bei Gelegenheit werde ich einen Thread aufmachen und erklären, warum ich davon ausgehe das die Erde eine solide Kugel ist, wie man darauf kommt und auf was sich das stützt.

@fivemilesout
Hier in diesem Thread hat sich niemand auf das Argument der Autorität bezogen, niemand auf einen oder seinen akademischen Titel.

Gruß
"Wir sind alle Sternenstaub, daher teilen wir alle dieselben Vorfahren, wir sind die Sterne. Und wir sind die Brüder der wilden Tiere und die Lilien auf dem Felde sind unsere Vettern." Trinh Xuan Thuan

27

08.01.2011, 12:03

Manchmal kann man einer Legende auch einfach lauschen.
Danke,

Jo
"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
Friedrich Nietzsche

28

08.01.2011, 13:43

Manchmal kann man einer Legende auch einfach lauschen.

Ich gebe zu bedenken, dass das hier der "Diskussionsbereich" ist und nicht der "Lauschbereich". ;)

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

29

22.01.2011, 23:20

Fortsetzung
Doch nicht nur im fernen Südamerika scheint es Tore zu mythischen Unterwelten zu geben, sondern
auch in Europa. Einen klaren Beleg dafür bilden die gerade hier so zahlreichen und einander immer ähnelnden Sagen über Zwerge und Berggeister.

Im Sagenkreis um Dietrich von Bern beispielsweise wird auch der mythische Zwergenkönig Laurin erwähnt. Man erfährt folgendes über ihn:
„In den Tiroler Bergen, tief unter der Erde, lebt König Laurin, der Herrscher über das Zwergenreich. Kaum drei Spannen ist er lang (ca. 1,20 m.), aber weit umher im Lande
gefürchtet, denn schon manchem starken Recken, mochte er auch noch so kühn sein, hat er besiegt.... - An Gold und Edelsteinen besitzt er mehr als jeder andere König. Am liebsten von all seinen Schätzen ist ihm jedoch sein Rosengarten, den er selbst hoch oben zwischen Felsen, Eis und Schnee anlegte....
Nur ein seidener Faden umspannt den Garten. Doch wehe dem Fremden, der den Faden zerreißt....“

Der „Rosengarten“ wird an anderer Stelle noch einmal etwas genauer beschrieben; Tagelang ritten Dietrich von Bern und sein Waffenbruder Witege duch dichten Tannenwald. Endlich aber lichtete sich das Waldesdunkel. Vor ihren Augen breitete sich eine weite grüne Wise aus und mittendrin lag der Rosengarten.
An allen Rosen funkelten Edelsteine u und ein berauschender, süßer Duft stieg aus jeder Blüte...“

An einer anderen Stelle der Dietrichsage wiederum wird das unterirdische Reich der Zwerge beschrieben: „Da durchschritten alle die Pforte, die sich hinter ihnen sofort wieder schloß.... Taghell strahlte das Innere des Berges, denn von allen Wänden der Gänge strahlten und funkelten unzählige Edelsteine. Endlich kamen sie in die große Halle...“

Erinnert diese Beschreibung nicht verblüffend an die Berichte der buddhistischen Mönche, welche angeblich in Agartha waren? Auch sie hatten „unterirdische Gewölbe, erfüllt von einem milden Licht“ gesehen. Zwar werden in der Dietrichsage „edle Steine“ als Lichtquelle genannt, doch ist allgemein bekannt, daß echte Edelsteine nicht selbsttätig leuchten. Aus technischer Sicht dürfte es sich bei der genannten Beleuchtung um künstliche, indirekte Lichtquellen gehandelt haben, die den Menschen des frühen Mittelalters natürlich als „funkelnde Edelsteine“ erscheinen mußten.

Fassen wir an dieser Stelle kurz zusammen. Der Zwergenkönig Laurin verfügte über einen „Rosengarten“, der in schwer zugänglichem Gebiet unter äußerst ungünstigen kilmatischen Bedingungen angelegt war. Das Zwergenvolk war in der Lage, die unterirdische Welt mittels künstlicher Lichtquellen zu erleuchten. Ferner verfügten die Zwerge über einen unvergleichlich höheren Lebensstandard als die Menschen des frühen Mittelalters in Europa. Weiterhin werden in der Dietrichsage seltsame Hilfsmitel beschrieben, deren sich die Zwerge bei Gefahr bedienten, um sich zu schützen. So wird die Tarnkappe erwähnt - ein Mantel, der seine Träger unsichtbar macht. Ferner gibt es da „einen Gürtel, welcher die Kraft von 12 Männern verleiht“, Ringe, die, wenn man sie am Finger trägt, die Wirkung der Tarnkappen wieder aufheben sowie Panzerwesten, welche allen mittelalterlichen Waffen mühelos widerstanden.

Nun ist es so, daß Sagen nicht als Dokumente von historischer Beweiskraft angesehen werden können und Zwerge in das Reich der Fabel gehören. Doch in den meisten Sagen ist ein realer Kern historischer Wahrheit zu finden. Die Beschreibungen des geheimnisvollen Zwergenvolkes und seiner Hilfsmittel weisen aus heutiger Sicht eindeutig auf das Wirken einer hochtechnisierten Zivilisation hin.Bestes Beispiel für diese Hypothese ist die vielzitierte Tarnkappe, welche ihren Träger der Sichtbarkeit im optischen Bereich entzieht. Die Sichtbarkeit oder eben Unsichtbarkeit eines bestimmten Gegenstandes erweist sich letztlich als eine rein technische Fragestellung (sie auch: Ganzkörprtbildschirm soll Menschen unsichtbar machen) .

Es kommt nur darauf an, das einfallende Licht so zu beeinflussen, daß es nicht auf die Oberfläche des entsprechenden Gegenstandes trifft, sondern um ihn herumgeleitet wird. Dieser Prozeß läßt sich beispielsweise durch hochfrequente elektromagnetische Wechselfelder realisieren. Hierzu sei auf das seit langem kontrovers diskutierte, sehr umstrittene sogenannte „Philadelphia-Experiment“ hingewiesen. Dieses Experiment bestand aus einer Reihe von Versuchen, welche die US-Kriegsmarine in den Jahren 1943 - 1945 durchführte. Das Ziel dieser Versuche bestand darin, zu testen, ob ein Kriegsschiff der US-Navy, USS „Eldridge“, mittels oben genannter, elektromagnetischer Wechselfelder in die Unsichtbarkeit versetzt werden könnte. Ob diese Versuchsreihe tatsächlich Erfolg hatte, ist bis heute noch nicht endgültig geklärt. Als gesichert kann jedoch betrachtet werden, daß die außergewöhnlich strenge Geheimhaltung der Aktivitäten der USS „Eldridge“ seinerzeit beträchtliches Aufsehen erregte.

Beherrschte jenes mysteriöse Zwergenvolk also schon vor mehr als tausend Jahren das Verfahren. welches die US-Navy erst im 20. Jahrhundert erprobte? Anscheinend ja - ebenso die Möglichkeit, die Unsichtbarkeit durch geeignete Gegenmittel wieder aufzuheben. Darin dürfte das Rätsel der „Ringe“ bestehen, welche getragen wurden, um die „Zwerge“ auch unter ihren „Tarnkappen“ erkennen zu können.

Die Laurin-Legende wäre nicht erwähnenswert, wenn sie einen ausgesprochenen Einzelfall darstellen würde. Aber auch in vielen anderen europäischen, speziell aber deutschen Epen, so zum Beispiel im "Nibelungenlied", im Sagenkreis um „Wieland der Schmied“ oder um „Ortnit und Wolfdietrich“ ist recht oft von „Zwergenkönigen“ und deren unterirdischen Reichen die Rede. Meist werden die Zwerge hier als sehr kluge, wissenschaftlich und technisch äußerst begabte Geschöpfe geschildert, welche mit den Wertmaßstäben der Menschen, die in ihre Welt eindringen, zumeist in Konflikt geraten- Das Streben nach möglichst großem materiellen Besitz und Macht scheint ihnen vollkommen fremd zu sein. Sie sind oft bereit, den Menschen zu helfen, erfüllen deren Wünsche, wenn sie dabei eigene Ziele verfolgten, die den Menschen des frühen Mittelalters unverständlich bleiben mußten.

Zu den literarisch und historisch wertvollen Heldenepen, welche über Begegnungen mit „Zwergen“ berichten, gesellt sich noch eine schier unüberschaubare Anzahl lokaler Sagen gleichen oder ähnlichen Inhaltes. Diese Lokalsagen berichten meist über das Zusammentreffen mittelalterlicher Bergleute mit seltsamen Wesen unterirdischer Welten - mit „Zwergen“ oder eben „Berggeistern“.

Nun waren ja die mittelalterlichen Bergknappen geradezu prädestiniert für Begegnungen mit geheimnisvollen Wesen. Der Bergbau zu jener Zeit stellte eine sehr harte und recht oft auch lebensgefährliche Arbeit dar. Ständig bedroht von plötzlich nachgebenden Gestein, Schlagenden Wettern oder unvermutet auftretenden Wassereinbrüchen kämpften sich die Hauer in den schlecht belüfteten und nur mangelhaft abgestützen Stollen Meter um Meter durch das Gestein voran. Der alte Bergmannsgruß „Glück auf“ hat schon einen tieferen Sinn, bedeutete er doch damals, im wahrsten Sinne des Wortes, nach getaner Arbeit auch wieder glücklich die Erdoberfläche zu erreichen.

Sicher beflügelten die vorstehend genannten Faktoren die Phantasie dieser Menschen. Manch unverhofft entdeckte, reiche Erzader mochte nur mit Hilfe eines kundigen Zwerges gefunden worden sein und mancher Bergsturz erschien wohl als die Rache des in seiner Ruhe gestörten Berggeistes. Wenn in etlichen Sagen davon die Rede ist, daß der Berggeist für die geleistete Hilfe bei der Auffindung einer Erzader Gegenleistungen - zumeist in Naturalien - verlangte, so manifestiert sich hier die tief verwurzelte Überlieferung von Speise- und Trankopfern in animistischen Kulten. Dieses Brauchtum stammte noch aus archaischer Zeit und konnte selbst durch den christlichen Glauben nicht vollständig ausgerottet werden, wie die vorliegenden Sagen beweisen. Rübezahl zum Beispiel ist s0 ein Berggeist in meiner Heimat. Sie sind für uns nur insofern interessant, da auch sie belegen, daß Begegnungen zwischen Menschen und Wesen, welche vorwiegend unter der Erde lebten, tatsächlich rgendwann einmal stattgefunden haben müssen. Um diesen Fakt zu verstehen, sollte man versuchen, sich an die Stelle eines mittelalterlichen Menschen zu versetzen. Sein Weltbild war bei weitem einfacher und schematischer als das unsere und vor allem von tiefer Religiosität geprägt. So wird verständlich, daß diesen Menschen vieles als „Wunder“ oder „Zauberei“ erscheinen mußte, was sich heute relativ leicht als gezieltes Wirken einer hochtechnisierten Zivilisation interpretieren läßt. (wie z.B. "Das Wunder von Guadalupe" )

Zu diesen Phänomenen gehört auch der „Zeitsprung“, welchem manche Bergleute zum Opfer fielen. Sagen, die einen solchen Zeitsprung beschreiben, haben -fast übereinstimmend- folgenden Inhalt:

Fortsetzung....


"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
Friedrich Nietzsche

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jo« (22.01.2011, 23:34)


30

02.02.2011, 21:53

Ein Bergmann, seltener zwei oder mehrere, begegnet bzw. begegnen im Stollen während der Arbeit einem Zwerg oder aber einem Berggeist. Das fremde Wesen fordert den oder die erschrockenen Bergknappen auf, ihm zu folgen - öffnet dann ohne sichtbare Mühe einen Tunnel durch den Felsen und nimmt den Bergmann bzw. die Bergleute mit in eine fremde, für den Menschen unverständliche und märchenhaft anmutende Welt. Nach einer Besichtigung des unterirdischen Reiches, an die meist Belehrungen moralischer Art geknüpft sind, wird der Hauer, werden die Bergleute in den Stollen zurückgebracht, in dem alles begann. Meist zeigt der Zwerg bzw. der Berggeist zum Abschied noch eine reiche delmetallader. Bis zu diesem Punkt gleichen solche Sagen allen anderen, welche sich mit dem Thema unterirdischer Wesen beschäftigen. Doch die vorstehend in allgemeiner Form wiedergegebene Sage hat eine höchst ungewöhnliche Fortsetzung. Der Bergmann macht sich an die Ausbeutung der ihm gezeigten Erzader und verläßt zum Ende der Schicht wie immer den Stollen. Doch draußen erkennt er die Welt nicht mehr. Sein Dorf, der Schacht, die ganze Landschaft haben sich gravierend verändert - denn
inzwischen sind bis zu einhundert Jahre vergangen. Die Angaben in den einzelnen Sagen differieren zwischen 50 und 100 Jahren. Erwähnt sei lediglich noch, daß einige Chroniken derartige Fälle zu bestätigen scheinen und in diesem Zusammenhang auch berichten, daß der betroffene Bergmann wenige Tage nach seiner Rückkehr an einer seltsamen Krankheit gestorben sei.

Einer der sagenumwobensten Orte Deutschlands, bezüglich unterirdischer Welten, ist zweifellos der Untersberg. (auch "Wunderberg“ oder "Wotansberg" genannt)
Weit streckt sich sein mächtiger Rücken hinaus insbayerische Voralpenland. In der Sagenwelt des Berchtesgadener Landes spielt dieser Berg eine geradezu dominierende Rolle. Immer wieder ist in den uralten Überlieferungen die Rede von mächtigen unterirdischen Hallen, "Zwölf Geistergänge führen von ihm hinaus ins deutsche Land...", heißt es an anderer Stelle. Zwerge, die Urbewohner der Erde, hätten in ihm ihre Heimstatt, und Menschen verschwanden spurlos an seinen Hängen. Weiter wird mehrfach von geheimen Felsentoren berichtet. So soll sich ein verborgener Zugang in Form einer eisernen Türe in der Nähe von Hallthurm, einer längst verfallenen salzburgischen Feste an der Straße von Berchtesgaden nach Reichenhall, befinden.



Sagen
des Untersbergs:

Die Sage von:

der Kräutlbrockerin
Im Jahre 1753 ging von Salzburg eine Kräutlbrockerin auf den Wunderberg. Als sie eine Zeitlang auf demselben herumgienge, kam sie zu einer Steinwand. Allda liegen Brocken,
grau und schwarz als wie die Kohlen. Sie nahm von diesen etliche zu ihr, und da sie nach Haus gekommen war, merkte sie, daß in solchen klares Gold vermischt war. Sie gieng alsobald wiederum hinauf auf den Berg, um mehreres dergleichen zu ihr zu nehmen: konnte aber alles Suchens ungeachtet den Ort nicht mehr finden. Es ist daher sehr wunderlich, und weiß niemand zu behaupten, ob es wohl einer Verblendung dieser fremden Männer zuzuschreiben sey, oder ob zu Ausfindigmachung dieses Wunderbergs ein reines Gewissen oder besonders Glück erforderlich ist.

einem Holzmeister
Dieser Holzmeister, als er sich in seinen Verrichtungen auf dem Berge verspäthete, seine Nachtruhe daselbst in einer Höhle nehmen mußte, kam andern Tags darauf zu einer Steinklippe, aus welcher ein glänzend schwerer Goldsand herabrieselte. Weil er aber kein Geschirr bey sich hatte, gieng er ein andersmal hinauf, und setzte ein Krüglein unter; und da er das erstemal mit dem angefüllten Krüglein hinweg gienge, sah er unweit dieses Orts eine Thür öffnen, wodurch er gesehen, und ihme natürlich vorkommen, als sehe er in den Berg hinein eine besondere Welt mit einem Tageslicht, wie wir es haben. Von diesem Krüglein noch besonders zu merken. Dieses Krüglein hat er alle seine noch übrigen Lebensjahre angefüllter nach Hause getragen. An Geld, daß ihm dieser Sand abgeworfen, hatte er während seines Lebens keinen Mangel. Nach seinem Tod ist aber an diesem Geld kein Segen gewesen, und ist nicht zu verstehen, wie seine Freunde daran so viel Mangel litten, da sie doch nichts davon verschwendeten oder zum Bösen angewendet. Obengemeldte Thür hat gemeldter Holzmeister kaum eine Minute lang gesehen offen stehen; und da sie zugethan wurde, hat es in dem Berg gehallte, wie ein großes Weinfaß, von der Thür aber war die folgende Zeit nichts mehr zu sehen gewesen.

Von einem Weinfuhrmann



Es fuhr im Jahr 1694 ein Fuhrmann mit einem mit Wein beladenen Wagen aus Tirol nach Hallein (einem 3 Stund von der Hauptstadt Salzburg entlegenen Städtlein), willens, die diesen Wein alldort zu verhandeln. Als er neben St.Leonhard bey der Almbrucken zu Niederalm (einem Dorf nächst des Wunderbergs), gefahren, gieng ein Bergmännlein von diesem Berg hervor, und fragte den Fuhrmann, woher er kommet, und was er da führet. Alsbald sagte ihms der Fuhrmann, was er da führt. Da sprach das Bergmännlein: Fahre mit mir, ich will Dir gute Münz dafür geben, und zwar noch mehr, als Du in Hallein dafür bekommen wirst. Der Fuhrmann aber wollte dieß nicht thun, sondern erwiederte, daß er den Wein jenem Hernen zuführen müsse, der in bestellt hat. Da nun das Bergmännlein wahrnahm, daß der Fuhrmann nicht wollt mitfahren, so fiel das Bergmännlein plötzlich auf die Mähn der Pferde, und sprach: Fuhrmann! weil Du nicht willst mitfahren, so sollst Du nicht wissen, wo Du bist; ich will Dich so führen, daß Du Dich nicht mehr auskennen sollst. Der Fuhrmann war in vielen Ängsten, und wußte sich nicht zu rathen und zu helfen; doch besann er sich, und hielt es für besser, einer zweifelhaften Sache nachzugeben, als alles für verloren zu geben. Er fährt deswegen mit dem Männlein, und dieses führt die Pferd fleißig beym Zaum gegen den Wunderberg zu. Da sie näher dem Berg zukommen, schien es dem Fuhrmann, als sey er auf einer ganz neu gemachten Straße; und als sie nächst des Berges waren, überfiel den Fuhrmann ein Schlaf; und da er wieder erwachte, sah er, daß er zu einem wohlgebauten Schloß fahre, welches von lauter roth und weißem Marmor sehr hoch erbauet war, in dessen Mitte ein vortrefflich mit Kupfer gedeckter hoher Thurm stand, und die Fenster waren von purem Krystall. Um das Schloß herum war ein etlich und zwanzig Klafter tiefer Graben. Außerhalb war eine Mauer 30 Klafter hoch und 10 Klafter dick. Dieses Schloß selbst aber stand auf einem abgehaut und abgeputzten Felsen. Bevor man zu dem Schloß kommen konnt, mußte man über sieben Aufzugbrücken durch mehrere Thore und Schutzgitter.

In dieses Schloß mußte der Fuhrmann hineinfahren. Sobald ihn aber ein Diener, der von einem Fenster dieses Schloßes herabsah, ersehen hatte, sagte er es sogleich allen Anderen in dem Schloß, welche dann zu allen Fenstern liefen, als hätten sie Freud an dem Fuhrmann. Diese waren lauter Bergmännlein, einige bloß und andere bekleidet. Es ließen sich auch einige sogar vor das Schloß heraus, insonderheit der Kellermeister, der ein etwas stärkeres Männlein war, mit vielen Schlüßeln und großen Taschen versehen, dem sein Bart über seinen Bauch auch sein Haar über die Mitte des Leibs herabreichte. Dieser Kellermeister sprach:
Willkommen, mein lieber Fuhrmann! Sey nicht traurig, ich werde Dir zu essen und zu trinken geben, was Dir gefallen wird. Aber wiewohlen sie dem Fuhrmann die besten Worte gaben, so zitterte der Fuhrmann doch an allen Gliedern vor Angst und Bangigkeit.

Als sie in Mitte des Hofes hineinkamen, waren eilends Einige vorhanden, welche die Pferde ausspannten, und sie in den Stall zum Füttern führten. Imgleichen führten andere den Fuhrmann in den untern Theil des Schloßes in ein lichtes Gemach, gaben ihm zu essen und zu trinken, so viel er ertragen konnte, und alles in feinen und sehr wohlgeputzten zinnernen Geschirren. Ungeachtet alles dessen, wollte er doch nicht fröhlich seyn, weilen er nicht wußte, was dieses wunderliche Ereignis mit ihm und seinem Wein für einen Ausgang nehmen werde. Als er eine Zeitlang geessen und getrunken hatte, befahlen sie ihm mit ihnen zu gehen, sie wollten ihm alle Ort und Ende dieses Schloßes zeigen. Der Fuhrmann wäre zwar lieber an seinem Ort geblieben, um auch zu seinem Pferde zu schauen; weil er sich aber nichts zu erwähren getraute, so gieng er mit ihnen. Da führten sie ihn über eine Steige hinauf, welche 25 messingene Staffeln hatte. Dann kamen sie in einen prachtvollen Saal, in dem die Wände mit sehr schönen Tapeten bedeckt waren. Darinnen waren Fenster 20 Schuh hoch und 7 breit, aber nicht verglast. Durch diesen Saal führten sie ihn in einen anderen Saal, der noch viel herrlicher und schöner war, als der erste, und war von lauter kostbaren Marmor gepflastert, woben die Seitenwände nicht mit Tapeten, wie in dem ersteren bedeckt, sondern vom klarsten Gold aufgerichtet waren, die Fenster waren von Krystall, übersich war ein Tafelboden ebenfalls mit Gold, und in der Mitte des Saals vier von Metall gegossene fein gearbeitete große Riesen 18 Schuh hoch. Diese Riesen hatten große goldene Ketten an ihren Armen, als ob sie gefangen wären. Oben an der Mitte des Tafelbodens war ein geformirtes Bergmännlein mit einer goldenen Krone, welches die Riesen gleichsam geschlossen hielt; und da der Fuhrmann diese vier Riesen eine Zeitlang betrachtet hatte, sagte das Bergmännlein zu ihm: Fuhrmann, verstehst Du nicht, was diese 4 Riesen sammt dem Bergmännlein mit der Kron für die künftigen Zeiten bedeuten wollen? Der Fuhrmann sagte, er wisse es nicht; und das Bergmännlein meldet davon kein Wort mehr. Neben herum in diesem Saal hiengen lauter Harnische, Pickelhauben, Schwerter, unbekannte Geschosse, und alles mit Gold reich verziert. Was sie 4 Riesen sammt dem Bergmännlein (so der Fuhrmann nicht verstanden) bedeuten sollen, ist bey vielen die Meinung, daß entweders mit der Zeit in allen 4 Welttheilen Krieg sich erhebet, oder die 4 größten Monarchen in unserem Erdteil von dem Kleinsten abhängig werden. In diesem Saal stunden auch Tische, von denen sich der Fuhrmann nicht auskennen konnte , ob solche von Holz, Stein oder was sonst für eine Materie seyn sollten, doch sah er, daß sie allenthalben mit Gold und Edelsteinen kostbar verziert waren. Aus diesem Saal führten sie den Fuhrmann in einen Dritten, der nicht weniger prächtig und schön geziert war. Es stunden in diesem überaus schöne Bettgestelle mit dem glänzendst feinsten Gold geziert, und oben auf den vier Ecken der Bettstelle standen 4 Knöpfe, welche der Fuhrmann ebenfalls nicht kennen konnte, von welcher Materie sie wären.

An diesen Knöpfen hiengen goldene Ketten. Von dem dritten Saal führten die Bergmännlein den Fuhrmann in ein finsteres Gewölb, das jedoch ganz reinlich war. In diesem Gewölb befand sich ein Loch von einem halben Schuh weit. Durch dieses befahlen sie dem Fuhrmann ein wenig durchzuschauen. Als er dadurch sah, so zeigte sich ihm eine
besondere kleine Taglichte, und über fünfzig kleine Mägdlein, von denen einige bedeckt, die anderen bloß waren. Sie nahmen den Fuhrmann von diesem Gesicht als bald zurück, und mußte mit ihnen über eine Steige hinunter in einen wohlgebauten Keller, wovon er kein Ende sehen konnte, und der mit Weinfässern voll angefüllt war. Von diesem Keller mußte er mit ihnen in ein hohes Gewölb, darinnen eine große runde Tafel stunde. An diese setzte sich ein Bergmännlein, zog einen großen Beutel mit Geld heraus, und gab dem Fuhrmann für den mitgebrachten und zugeführten Wein 180 Dutzet Dukaten, und zwar mit dem höflichen Dank und mit diesen Worten: Hebe Dein Geld auf, und kaufe Dir um dieses einen andern Wein, und Du wirst mit diesem Geld auf Deine Lebenszeit Handlung treiben können, und es wird Dir glücklich gelingen. Nach diesem spannten die Bergmännlein seine Pferde wiederum ein, und nahmen einen Stein, so roth und blau schien, und machten damit dem Fuhrmann sein blindes Pferd sehend. Sie gaben ihm auch diesen Stein, mit dem Auftrag, daß er damit auch andern blinden Pferden armer Bauersleute helfen sollte.

Demnach begaben sich die Bergmännlein alle in ihr Schloß zurück, und kamen alsbald 3 andere hervor, welche schwarze Kleider, grünsammentne Kasquets und rothe Federn darauf hatten. Diese sagten zum Fuhrmann: Du hast wohlgetan, daß Du den Wein, den Du geführt, hier zu erkaufen gegeben hast. Ermahne auch Deinen Bruder, daß er verkaufe, mit was ihn Gott zum Ueberflusse gesegnet hat.Sie begleiteten den Fuhrmann eine ziemliche Strecke Wegs, und sagten ihm zuletzt: Da man anfangen wird, weiß und rothe Hütlein zu tragen, wird die Noth aller Orten ihren Anfang nehmen, und der Segen Gottes sich wenden nach dem Leben der Menschen.

Alsbald fuhr der Fuhrmann voller Erstaunen und Verwunderung seinen Weg im Frieden weiter, unwissend wie auch wo er herausgekommen ist, indem er sich mit seinem Fuhrwerk plötzlich an dem Ort gesehen, wo das Bergmännlein zuvor zu ihm gekommen war, welches jedoch seine Kleinmuth und Sorg vermindert hat. Die 180 Duzent Dukaten sind dem Fuhrmann bey seinem anbefohlenen und auch fleißig unternommenen und glücklichen Weinhandel nie mehr und nie weniger geworden. Er behielt anbey auf erhaltenen Befehl der Bergmännlein diese wunderlichen Geheimnisse und Erscheinungen alle bey sich bis nahe an seinen Tod, ausser daß er seine Bekannten und Freunde zur Freygebigkeit des Ueberflußes öfters erinnerte, und dann stets einen nachdenkenden und gottesfürchtigen Lebenswandel führte, den er erst mit seinem Tod ein Ende machte.
Untersberg

Die verschwundene Hochzeitsgesellschaf
Eine besonders merkwürdige Geschichte soll sich vor vielen hundert Jahren einmal am Untersberg zugetragen haben. Eine Hochzeitsgesellschaft war damals von St.Leonhard nach Grödig unterwegs. Vernaleken schrieb 1858 über den Vorfall:»Einst zog ein reiches Bauernpaar samt seinem Gefolge aus einem Dorf in ein anderes naheliegendes, um dort bei den Eltern der Braut das Hochzeitsfest zu feiern. Lustig und fröhlich, unter Begleitung einiger Musiker, zogen sie die Straße entlang und kamen zum Untersberg. Nachdem
sie hier angelangt waren, fing einer aus der Gesellschaft an zu erzählen, daß in der Gegend ein Kaiser mit einem bedeutenden Heere verschwunden sei und daß seit jener Zeit hier Geister erscheinen, welche die in dieser Gegend Wandernden beschenken. Sogleich fing der Bräutigam an, den Geist zu rufen und zu bitten, er möge sie mit etwas beschenken. Auf einmal öffnete sich der Berg und ein grau gekleideter, kleiner Mann mit silberweißen Haaren erschien, der ihnen eine Türe in das Innen zeigte. Die ganze Gesellschaft folgte ihm nach, und sie kamen in eine Reihe schöner Zimmer, in deren einem eine Tafel gedeckt war und Speisen und Getränke aufgetragen standen Die ermüdeten Brautleute und ihr Gefolge setzten sich zu Ti sehe und ließen es sich schmecken. Nach dem Mahle bedurften aber alle des Schlafes, weil sie etwas viel getrunken hat ten. Beim Tische sitzend entschlummerten alle ruhig. Als sie erwachten, führte sie der Berggeist hinaus. Bei Tage kamen sie an die Erdoberfläche, allein sonderbar alles hatte sich ihnen während dieser Zeit ganz verändert. Die in dieser Gegend Wohnenden verstanden ihre Sprache nicht überhaupt schien es ihnen, als seien sie in einem ganz fremder Lande. Nach mehreren Tagen kamen sie in ein Dorf. Sie fragten, wie es heiße, und erhielten den Namen ihres Heimatortes zur Antwort. Aber auch hier schienen sie nicht zu Hause zu sein. Sie suchten ihre Wohnhäuser und fanden sie nicht; denn an deren Stelle standen ganz andere, neugebaute Häuser. Sie begaben sich zum Pfarrer und erzählten ihm alles, was geschehen war. Dieser schlug seine Bücher auf und fand wirklich, daß vor 100 Jahren ein junges Brautpaar nebst einiger Menschen im Untersberg verschwunden sei.«




1. Im inneren des Berges soll sich Kaiser Karl V. befinden und so lange schlafen bis sein Bart 3 x um den Tisch gewachsen ist. Zweimal ist das schon geschehen, erfolgt es das dritte Mal, dann erwacht der Kaiser aus seinem Schlafe und der Jüngste Tag bricht an.

2. Wenn 24 Raben 3 x um den Berg herumfliegen, so erwacht ebenfalls der Kaiser, muss aber dann noch so lange im Berge bleiben, bis der berühmte Zwergenstein gefunden ist, vermöge dessen alle Zwerge, die den Untersberg bewohnen, in Menschen verwandelt werden. Alsdann kehrt der Kaiser zu den Lebendigen zurück.

3. Wenn es jemanden gelänge, das Goldene Zepter, dass der Kaiser in der Hand hält, zu entwenden und damit 3 Streiche gegen den Untersberg zu führen, so wäre ebenfalls der Kaiser erlöst. Er würde dann mit seinem Heere aus dem Untersberg herauskommen und den allgemeinen Weltkrieg beginnen. Alsdann bricht der Jüngste Tag an.

4. An jedem Geburtsfeste des Kaisers findet eine feierliche Prozession der Zwerge auf dem Untersberg statt. Wehe dann demjenigen, der sich auf dem Berge befinde; er würde unrettbar verloren sein, denn die Zwerge lieben es, allein zu sein
untersberg.org

Fortsetzung...
"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
Friedrich Nietzsche

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31

04.02.2011, 18:17

Die Mathematik als Instrument zur schlüssigen Beweisführung

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

danke, sooma .....

edit: sagen und legenden sind oftmals tausende von jahren alt. mündliche überlieferungen aus einer zeit in der nicht jedem das "priveleg" zuteil wurde in der hohen kunst des schreibens und lesens gebildet zu werden. meist steckt auch immer ein körnchen "wahrheit" drin - sozusagen das salz in der suppe. dank natürlich an Jo, die diesen Beitrag hier eingestellt hat und laufend mit texten und bildern ergänzt.

... natürlich ist es auch eine kunst "zitate" trefflich anzuwenden, schliesslich muss man belesen sein - um diese zu kennen und passend einzusetzen :rolleyes:

lg
hermann
"In der Natur sind Schwarze Löcher kaum zu finden. Nur in unseren Köpfen wimmelt es davon"
Zitat: George Greenstein

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ich bin´s« (04.02.2011, 19:15)


32

04.02.2011, 18:36

Die Mathematik als Instrument zur schlüssigen Beweisführung

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

danke, sooma .....
?( Meinst Du die Zitate? Dann nicht bei mir bedanken... ;)

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

33

04.02.2011, 20:30

Zitat von »Galileo Galilei«
Mathematik ist das Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat.

Das Universum ist ein Gedanke Gottes. Friedrich Schiller ( philosophische Briefe )




Ist Gott dann Mathematiker? Und der Mensch weiß, dass Gott Mathematik angewandt hat? Und wer hat dann dem Menschen das Alphabet nahegebracht? Zumindest können wir die Symbiose von Arithmetik und Geometrie auf Pythagoras von Samos zurückführen (und davor??? ?( ), er war Mathematiker und Philosoph, was die meisten vergessen (ich meine den Philosophen). Also denke ich, dass Philosophie ein Schlüssel ist - erst das denken, dann sehen ob es passt. Und wenn es nicht passen sollte, na dann wird es passend gemacht, bis einer eine bessere Idee hat oder man eben ein paar Symbole dazu erfindet. Das Alphabet wird also je nach Bedarf ausgeweitet. In alten Mythen wird erzählt, dass die Mathematik von den Göttern zu den Menschen gebracht wurde...

Was wär' ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt's die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen.--
J.W. von Goethe

Gruß Jo
"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
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Abraxas

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34

05.02.2011, 13:28

@Jo
In meiner Rundmail habe ich praktische und theoretische Philosophie.
Deren Kernfragen sind:
Was ist? und Was soll sein?

Auf diesen beiden Bereichen baut sich alles bisher vom Menschen geschaffene auf.
Philosophie ist ein Schlüssel. Schau dir mal die beiden Wiki Artikel zu diesen
Philosophiebeinen an. Ich denke da wirst du reichlich "Missing Links" finden.

Gruß ABRAXAS

Die Symbiose von Links- und Rechtshirn macht erst den ganzen
ungeteilten Menschen aus. Aber das ist wie in der Politik mit Links und Rechts.
Sie bekämpfen sich gegenseitig und merken es nicht, dass sie Teil eines Ganzen sind.
Die Vollkommenheit ist unerreichbar. Gewiß ist die Vollkommenheit unerreichbar. Sie hat nur den Sinn, deinen Weg wie ein Stern zu leiten. Sie ist Richtung und Streben auf etwas hin.
- Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste

35

14.03.2011, 11:35

Wo die Zeit keine Macht hat
von Gerald Axelrod, www.axelrod.at

Die ersten Spuren der irischen Geschichte liegen im Dunkeln verborgen. Aber es ist gerade diese mystische Urzeit, die Irland so interessant macht. Alte Legenden, die der Begleittext zusammenfaßt, berichten von gespenstischen Dämonen, die vor den Menschen die Insel bewohnten, von der Eroberung durch die Kelten und von den geheimnisvollen Kräften der Druiden, die als Ärzte, Priester und Zauberer die allerhöchste Macht besaßen. Doch die schönsten Erzählungen schildern Reisen in die "Anderswelt", also ins Reich der Feen.

Für die alten Iren gab es keine scharfe Trennung zwischen Diesseits und Jenseits. Vielmehr vermischten sich die beiden Welten, wobei die "andere Welt" unter den grünen Hügeln lag, als Insel im Ozean oder als versunkenes Land unter dem Meer. Menschen konnten sie durch Höhlen, Brunnen, Quellen, Seen oder Schiffsreisen (fast) jederzeit betreten (wer Pech hatte, schaffte es allerdings nicht mehr, zurückzukommen). Umgekehrt besuchten auch Feen unsere Welt, wobei sich die Erdenbewohner nicht selten in die zauberhaften Geschöpfe verliebten.

Dieses Ineinanderfließen von realer und mystischer Welt erreichte seinen Höhepunkt an Samhain, der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November. Am Abend des 31. Oktobers ging nämlich der Sommer zu Ende, während der Winter und gleichzeitig das neue Jahr erst am Morgen des 1. Novembers begannen. Die Nacht dazwischen hing sozusagen in der Luft, es war eine "Zeit zwischen den Zeiten", in der die Tore zur Anderswelt weit offenstanden und alle Geister freien Zutritt zu unserer Welt hatten. Ebenso konnten auch die Menschen besonders leicht ins Reich der Feen gelangen.

Noch heute wird diese Nacht in einigen Ländern, besonders in den USA, als Halloween gefeiert (der Name ist eine Kurzform von "All Hallows Eve", meint also die Nacht vor Allerheiligen). Da nicht nur liebliche Feen, sondern auch blutrünstige Monster und die Seelen der Verstorbenen in unsere Welt eindrangen, war diese Nacht außerordentlich gefährlich, und kein vernünftiger Mensch setzte einen Fuß vor die Tür.

Die maskierten Kinder, die heute in Amerika von Haus zu Haus ziehen und Geschenke fordern, symbolisieren diese Dämonen und Gespenster, die man mit Opfergaben gnädig stimmen mußte. Denn jeder Kelte bereitete ein reiches Festmahl für die Geister und öffnete die Haustüre, ehe er zu Bett ging. Danach durfte niemand die Wesen aus der anderen Welt stören. Wer seine Neugier nicht zügeln konnte und einen Blick auf die bizarren Gestalten riskierte, der wurde schon bald von ihnen geholt.

Samhain hatte nicht nur bei den Iren, sondern auch bei den Festland-Kelten eine so überragende Bedeutung, daß es der katholischen Kirche nicht gelang, dieses heidnische Fest abzuschaffen. Deshalb verwandelte sie es einfach in einen christlichen Gedenktag für die Toten, nämlich Allerheiligen.


Der Drumanone Dolmen in Irland, Bildquelle: www.marycooney.com

Doch nun zurück zu den alten Mythen. Die Anderswelt war ein genaues Abbild unserer Welt mit Städten und Palästen, nur viel prächtiger und strahlender, ein Ort des grenzenlosen Glücks, ohne Hunger, Krankheit und Tod: "Wir verbringen unsere Zeit mit fröhlichen Festen und nie endendem Vergnügen, werden niemals alt und haben nie Streit", berichtete eine Fee den staunenden Menschen. Deshalb hieß die Anderswelt auch "Land der Jugend", "Land des Lebens" oder "Land des Überflusses".

Da die Bewohner ewig jung blieben, war es ein Ort, "wo die Zeit keine Macht hatte": Viele Jahre auf Erden erschienen im "Land der Jugend" als kurzer Augenblick. Ein Beispiel dafür finden wir in der Erzählung "Die Reise des Bran":

Bran begegnete einer verführerischen Fee, die von den Freuden der Anderswelt schwärmte. Leider war die geheimnisvolle Schöne plötzlich verschwunden, und so machte sich Bran am nächsten Morgen mit seinen Gefährten auf, um die Anderswelt zu suchen. Nach einer langen Irrfahrt übers Meer erreichten sie schließlich die "Insel der Frauen", wo betörend schöne Feenmädchen ungeduldig auf sie warteten: "Ihre Augen glänzten wie Sterne, ihre Zähne glichen dem Elfenbein und ein Überfluß von goldenem Haar hing in Locken über ihre Schultern." Im Palast richteten die Feen für jeden der Männer ein Liebesbett her und verwöhnten jeden mit seiner Lieblingsspeise, die niemals geringer wurde, soviel man auch aß.

Bran blieb ein Jahr lang bei seiner Geliebten, doch dann sehnten sich seine Männer nach der Heimat zurück. Traurig versuchte die Fee, sie umzustimmen, aber vergeblich. Als die Fee die Abreise nicht mehr verhindern konnte, warnte sie die Männer, nie wieder einen Fuß auf irischen Boden zu setzen. Doch als sich das Schiff der Küste näherte, konnte sich einer der Männer vor Freude nicht mehr halten, sprang ins Wasser und schwamm an Land. Kaum hatte er den Strand betreten, zerfiel er zu einem Häufchen Asche. Denn in der realen Welt waren inzwischen einige Jahrhunderte vergangen.


In dieser Geschichte finden wir neben dem ungleichen Lauf der Zeit noch ein weiteres typisches Merkmal der Anderswelt: In ihr gingen die kühnsten erotischen Phantasien in Erfüllung. Keuschheit gehörte nämlich nie zu den Tugenden der Kelten, die sich - im Gegensatz zu den eher prüden Germanen - mit großem Genuß den sinnlichen Freuden hingaben. Der christliche Begriff der Sünde existierte ebensowenig wie die Androhung schrecklicher Höllenqualen als Strafe für die Ausschweifungen.

www.axelrod.at/index.php?option=com_content&task=view&id=34&Itemid=63

_____________

Der keltischen Sage nach ist in Glastonbury, Somerset, ein Eingang zur Anderwelt:

Glastonbury Tor, Bildquelle: www.avalonworld.de


Der Leprechaun ist wohl das heute bekannteste Symbol für Irland - Wahrzeichen wie die Harfe - neben dem Kleeblatt natürlich. Leprechauns sind kleinwüchsige Wesen, die Gold und Erze ("wertvolle Schätze") an verborgenen Orten horten. Und sie bewachen das Gold am Ende des Regenbogens...

Hier noch eine liebevoll gestaltete Seite: http://www.rabenseiten.de/faerieland/land.htm

Der Hollerbusch (Holunder), den Frau Holle (Holda) pflanzt, soll übrigens vor "Kräften" aus der Unterwelt schützen.

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »sooma« (18.03.2011, 17:58) aus folgendem Grund: Ergänzungen, Korrekturen


36

14.03.2011, 14:47

Rübezahl (Rübezal, Ribezal, Riebenzahl)

www.anderweltler.de/ruebezahl.htm

Kurzfassung vom www.kindernetz.de:

Zitat

Rübezahl ist der sagenhafte Herrscher über das Riesengebirge, das an der Grenze zwischen Polen und Tschechien liegt. Er erscheint als Berggeist in vielerlei Gestalt: Mal taucht er als Mensch, mal als Tier auf, hilft den Armen und bestraft die Bösen. Außerdem beherrscht er das Wetter: Tobte früher im Riesengebirge ein Sturm, dann hieß es, Rübezahl hat schlechte Laune.

Schon im 15. Jahrhundert haben sich die Menschen im Riesengebirge von Rübezahl erzählt. Eigentlich ist sein Reich unter der Erde. Aber trotzdem hat er immer wieder den Kontakt zu den Menschen gesucht.

Warum der Berggeist Rübezahl heißt? Die Legende erzählt, dass er sich eines Tages in ein Mädchen verliebt und es mit in sein Reich genommen hat. Das Mädchen aber war sehr unglücklich und wollte wieder zurück. Sie versprach dem Berggeist, ihn zu heiraten, wenn er für sie alle Rüben auf dem Feld zählen würde. Während der Geist die Rüben zählte, gelang dem Mädchen die Flucht.

"Legenden vom Rübezahl", Johann Karl August Musäus (1735 - 1787), hier online zu lesen:
aus: "Jugendträume, Eine Sammlung von Märchen, Schwänken, Sagen, Erzählungen und Abenteuern für das junge Volk"

Und hier bei der digitalen Bibliothek der Universität Braunschweig:
Rübezahl und das Hirschberger Schneiderlein (Musaeus/Schmidhammer)


Rübezahl ist auch ein Nahuatl, ein "Formwandler"/"Gestaltwandler":

Zitat

VOM RÜBEZAHL
http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerc…/ruebezahl.html

Rübezahl, der Geist des Riesengebirges, hatte oft seine Freude daran, den Menschen allerlei Streiche zu spielen; dabei erwies er den Armen aber mancherlei Wohltaten und strafte die Hartherzigen und Geizigen.

Einmal wanderte ein armer Glashändler mit einer schweren Kiepe voll Glaswaren auf dem Rücken über das Gebirge. Da er recht müde geworden war, hätte er sich gerne etwas ausgeruht, aber nirgends war ein Felsvorsprung oder dergleichen zu sehen, worauf er seine Last hätte absetzen können. Rübezahl, der ihn eine Weile beobachtet und bald seine Gedanken erraten hatte, verwandelte sich schnell in einen Baumstamm, der nun am Wege lag. Erfreut ging der müde Wanderer darauf zu, setzte seine Last ab und sich auf den Stamm, um sich zu erholen. Kaum aber saß er da, so rollte der Stamm unter ihm weg, den Berg hinunter, und der Händler und die Scherben des Glases lagen am Boden. Traurig erhob sich der arme Mann, und als er seine zerbrochenen Schätze betrachtete, fing er bitterlich an zu weinen. Da kam Rübezahl, der wieder menschliche Gestalt angenommen hatte, auf ihn zu und fragte nach der Ursache seines Kummers. Treuherzig erzählte der Händler sein Unglück, und daß er bei seiner Armut nicht die Mittel zum Ankauf neuer Vorräte besitze. Rübezahl teilte dem Traurigen nun mit, wer er sei, und daß er ihm helfen wolle, wieder neue Glaswaren kaufen zu können.

Nun verwandelte sich Rübezahl vor den Augen des erstaunten Mannes in einen Esel und gebot ihm, ihn zur nächsten Mühle zu führen. Der Müller brauche gerade einen Esel und würde ihm gerne ein so schönes Tier, wie er sei, abkaufen. Dann solle er sich aber um nichts Weiteres kümmern, sondern sich mit dem Gelde schnell fortmachen. Der Mann führte nun den Esel zur nächsten Mühle, und nachdem der knauserige Müller noch einen Taler vom geforderten Kaufpreis abgehandelt hatte, wurde das Grautier sein Eigentum. Der Händler nahm das Geld — er hatte noch zwei Taler mehr bekommen, als seine Glaswaren gekostet hatten — und machte sich damit schnell aus dem Staube. Der Müller freute sich recht über den guten, billigen Kauf, führte das muntere Eselein in den Stall und gab dem Knechte den Auftrag, demselben Futter zu geben. Darauf ging er in seine Stube. Sogleich aber kam der Knecht, vor Furcht und Entsetzen zitternd, ihm schon nachgelaufen und sagte: »Herr, der neue Esel ist behext! Ich habe ihm Heu gegeben, aber da rief er: Ich fresse kein Heu! Ich will Braten und Kuchen haben!«

Der Müller wollte die Geschichte nicht glauben und ging mit in den Stall. Dort stand das Eselein ganz ruhig und still. Der Müller nahm nun eine Hand voll Heu, hielt es dem Tier hin und streichelte dasselbe. Der Graue aber nahm das übel, schlug mit dem Vorderfuß nach dem Müller und rief wieder: »Ich will Braten und Kuchen! Ich will Braten und Kuchen!« Entsetzt wich der Müller zurück. Der Esel aber drehte sich um, gab ihm noch einen Tritt mit den Hinterbeinen, so daß er ins Heu kugelte, und sprang dann durch die offene Tür hinaus ins Freie, wo er bald verschwunden war. Nachdem der Knecht seinem Herrn wieder auf die Beine geholfen hatte, rieb dieser sich die schmerzenden Glieder und jammerte: »Hätte ich doch meine zwölf Taler wieder! Mein schönes Geld!« Dem Müller aber war recht geschehen; denn er war geizig und hartherzig und hatte noch am Tage vorher einen armen Bauern um zwölf Taler betrogen, und Rübezahl hatte den Geizigen bestraft.

Quelle: H. Weinert, Sagen und Märchen, um 1890

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

37

14.03.2011, 18:22

Huch! Bei der Recherche nach etwas völlig Anderem bin ich auf Folgendes gestossen:

(Quelle: http://www.st-josef-waldram.de/Bibelinfo.htm )

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

38

18.03.2011, 18:33

Zum Untersberg (siehe Beitrag #30 )habe ich auch noch was:

Zitat

"Sagen aus deutschen Landen", Ludwig Bechstein

Leute aus dem Dorfe Feldkirchen unweit der Stadt Salzburg erzählten für wahrhaft: Als wir noch junge Buben waren, haben wir mit eigenen Augen gesehen, daß einige alte Riesen aus dem Untersberge herausgingen, herunterkamen und sich auf die nächst dieses Berges stehende Grödiger Pfarrkirche lehnten, mit unterschiedlichen Personen Gespräche hielten, doch niemand einiges Leid zufügten, sondern ihren Weg wieder in Frieden gingen. Die Grödiger Leute waren von den Riesen oft ermahnt, durch erbauliches Leben sich gegen verdientes Unglück zu sichern. Dieselben Leute zeigten zu der nämlichen Zeit an, daß zu Grödig vielmals etliche Frauen von wilder Art aus diesem Untersberg gekommen sind zu den Knaben und Mägdlein, welche zunächst dem Loch innerhalb Glanegg des Viehes hüteten, und ihnen Brot und Käse zu essen gegeben haben. Auch in das Kornschneiden gingen solche wilde Frauen nach Grödig. Sie kamen sehr früh des Morgens herab, und Abends, da die andern Leute Feierabend genommen, gingen sie, ohne die Abendmahlzeit mitzuessen, wiederum in den Wunderberg hinein.

Eines Tages geschah es, daß ein Bauersmann bei Grödig auf dem Felde ackerte und sein kleines Söhnlein auf das Pferd gesetzt hatte. Da kamen die wilden Frauen aus dem Untersberge, hätten das Knäblein gern gehabt und wollten es mit Gewalt hinwegführen. Der Vater aber, dem die Geheimnisse und Begebenheiten dieses Berges schon bekannt waren, eilte den Frauen ohne Furcht zu und nahm ihnen den Knaben ab mit den Worten: "Was erfrechet ihr euch, so oft herauszugehen und mir jetzt sogar meinen Buben hinwegzunehmen? Was wollt ihr mit ihm machen?" - Die wilden Frauen sagten: "Er wird bei uns bessere Pflege haben und wird ihm bei uns bessergehen als zu Hause; der Knabe wäre uns sehr lieb, es wird ihm kein Leid widerfahren!" Allein der Vater ließ seinen Knaben nicht aus den Händen, und die wilden Frauen gingen bitterlich weinend von dannen.

Abermals kamen die wilden Frauen aus dem Wunderberge nahe an die Kugelstatt oder Kugelmühle, so bei diesem Berge schön auf der Anhöhe liegt, und nahmen dort ein Knäblein mit sich fort, daß das Weidevieh hütete. Da haben über ein Jahr hernach die Holzleute dasselbe Knäblein auf dem Untersberge auf einem Baumstock sitzen sehen, das hatte ein schön grünes Kleid an. Dies sagten sie den Eltern des Knaben, und am andern Tage suchten sie es mit Vater und Mutter an demselben Orte, aber der Knabe ward nicht wiedergefunden.

Mehrmals hat es sich begeben, daß eine wilde Frau aus dem Wunderberge gegen das Dorf Anif ging, welches eine gute halbe Stunde vom Berge entlegen ist. Alldort machte sie sich in die Erde Löcher und Lagerstatt. Sie trug ungemein langes und schönes Haar, das ihr beinahe bis zu den Fußsohlen hinabreichte. Ein Bauersmann aus Anif sah des öftern diese Frau ab und zu gehen, und ob ihrer Schönheit und der Schönheit ihrer langen Haare ward ihm gegen sie das Herz entzündet. Er konnte dem Drange, ihr zu nahen, nicht widerstehen, ging zu ihr, betrachtete sie mit innigem Wohlgefallen und legte sich endlich in seiner Einfalt ohne Scheu zu ihr auf ihr Lager, doch in allen Ehren; beide sahen einander an, und keines sprach ein Wort; noch weniger trieben sie Ungebührliches. Als der Bauer zur zweiten Nacht wiederkam, fragte ihn die wilde Frau, ob er nicht selbst ein Weib habe? Nun hatte er eine angetraute Ehefrau, doch verleugnete er sie und sprach: "Nein!" Des Bauers Ehewirtin aber machte sich allerhand Gedanken, wo denn ihr Mann des Abends hingehe und die Nächte zubringe? Daher spähte sie nach ihm und ging aus, ihn zu suchen, und fand ihn auf dem Felde, bei der wilden Frau schlafend. Da rief sie der wilden Frau zu: "O behüte Gott deine schönen Haare! Was tut ihr denn da miteinander?" Mit diesen Worten wich das Bauernweib von ihnen, und ihr Mann erschrak gar sehr darüber. Aber die wilde Frau hielt ihm seine treulose Verleugnung vor und sprach: "Hätte deine Frau bösen Haß und Ärger gegen mich zu erkennen gegeben, so würdest du jetzt unglücklich sein und nicht mehr von dieser Stelle kommen, aber weil deine Frau nicht bös war, so liebe sie fortan und hause mit ihr getreulich, und unterstehe dich nicht mehr daher zu kommen, denn es steht geschrieben: Ein jeder lebe getreulich mit seinem getrauten Weibe, obgleich die Kraft dieses Gebots einst in große Abnahme kommen wird und damit aller zeitliche Wohlstand der Eheleute. Nimm diesen Schuh voll Geld mit dir, und sieh dich nicht mehr um!" Damit schwand die wilde Frau hinweg, und der Bauer ging mit seinem Schuh voll Geld erschrocken heim und tat, wie ihm geboten war.

Ein Müller aus Salzburg, Leonhard Burger mit Namen, ging einst auf den Untersberg, da traf er eine wilde Frau und ein Bergmännlein an und sah letzteres mit einem Hammer in das Gestein hauen; es floß in eine große untergestellte Kanne von einem halben Maß eitel gediegenes Gold. Die wilde Frau schrie den Wanderer an, und scheu wich er zurück; wäre er geblieben, so hätte er wohl etwas mehr bekommen; so aber gab ihm das Bergmännlein nur ein gutes Stück von einem glänzend schimmernden Steine, und daran hatte er sein Leben lang genug.

Noch mehr Sagen aus der Gegend: www.wfg-gk.de/mystik21b.html

Der "Weinkeller des Kaisers" im Untersberg:

Mehr Bilder aus der Gegend bei: www.terranostra.at unter "Begehungen".

Zitat

Und alle, die da unten hausend
Mit ihm und ihr du hast geschaut,
Sind ein versteinertes Jahrtausend,
Das täglich auf ins Leben taut,
Um täglich wieder zu erstarren;
Und so muß Kaiser, Kind und Heer
So lange der Erlösung harren,
Bis um die Tafelrunde her
Des Kaiserbartes Silberwogen
Die Tochter dreimal hat gezogen.

(http://www.sagen.at/doku/sagenpflanzen/birnbaum.html )

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

39

09.04.2011, 14:47

Der Ilsenstein

Zitat



Das Schloss eines Harzkönigs, so erzählt man, stand hier vor Zeiten, und der hatte eine über alle Maßen schöne Tochter namens Ilse. Unweit hatte eine Hexe ihre Hütte, deren Tochter aber unglaublich hässlich war. Während die schöne Ilse von unzähligen Freiern regelrecht belagert wurde, würdigte die Tochter der Zauberin keiner eines Blickes. Diese Ungerechtigkeit erzürnte die Hexe so sehr, dass sie über das Schloss einen Fluch aussprach und es in einen Felsen verwandelte, mitsamt aller Bewohner, die nun in den Felsen eingeschlossen sind und keinen Ausweg finden können. Nur die schöne Ilse kann durch eine nur für sie sichtbare Türe jeden Morgen ins Freie treten, um ein Bad in dem nach ihr benannten Fluss zu nehmen. Glücklich, wer sie zu Gesicht bekommt, denn der darf sie in ihr verzaubertes Schloss begleiten und wird dort fürstlich bewirtet und mit Kostbarkeiten belohnt. Doch die Ilse beim Baden zu beobachten wird durch den Zauber der Hexe erschwert, denn die hat es so eingerichtet, dass sie nur an ganz wenigen Tagen des Jahres für Sterbliche sichtbar wird. Und nur derjenige kann sie vom Fluch erlösen, der mit ihr zur gleichen Zeit im Fluss badet und zudem ihr an Schönheit und Tugend gleicht.

www.mystische-orte.de/orte/deutschland/sachsen-anhalt/auf-dem-ilsenstein

Die Sage vom Ilsestein - Frei nacherzählt von Ilona Elisabeth Schwartz

Mehr von Prinzessin und Fee Ilse: Sagen und Mythen aus dem Harz

Friedrich Gottschalck: Jungfer Ilse (Sage) – Wikisource, Quellen und Volltexte
Johann Karl Christoph Nachtigal: Die Bewohnerin des Ilsensteins (Sage) – Wikisource, Quellen und Volltexte


(Bild: http://www.lexikus.de/Der-Harz)

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Welchen Weg kommst du her? – Übern Ilsenstein! Da guckt’ ich der Eule ins Nest hinein. Die macht’ ein Paar Augen!
Faust I, Walpurgisnacht. Johann Wolfgang von Goethe

Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]

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10.04.2011, 00:10

Verwandtschaft aus der Bronzezeit

Es ist einer von zahlreichen kleinen Höhenzügen im südwestlichen Harzvorland. Er liegt zwischen Förste und Dorste, bei Osterode, heißt Lichtenstein und ist 261 m hoch. Nichts besonderes also!
Aber auf der kreisrunden Bergkuppe stand einst eine stolze Burg, benannt nach dem Höhenzug, als Burg Lichtenstein. Die Burganlage mit einem Durchmesser von etwa 90m wurde urkundlich erstmals 1404 erwähnt. Das Jahr der Erbauung ist nicht bekannt, bisher wurden auch noch keine archäologischen Untersuchungen vorgenommen. Von der kreisrunden Anlage, die mit dem frühen Typ der niedersächsischen Rundburg ähnelt, ist auch kein Bauherr überliefert. Zur Zeit ihrer ersten Nennung war sie im Besitz von Herzog Erich von Braunschweig-Grubenhagen.

1439 wurde die Burg pfandweise an den Ritter Herwig von Ütze vergeben, der ein Raubnest daraus machte und mehrfach die Stadt und Region Goslar überfiel. Als Ergebnis startete Goslar einen Vergeltungskriegszug und eroberte die Burg, wobei sie abbrannte, kurze Zeit später aber wieder aufgebaut wurde. 1481 wurde die Burg an den Grubenhagenschen Ritter Ludolf von der Linde verpfändet. Bereits 1507 erfolgte eine weitere Verpfändung an Hans und Albrecht von Leuthorst. Eine letzte urkundliche Nennung der Burg erfolgte 1567, aus der zu schließen ist, dass die Burg zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und verfallen war. Nach 1626 soll Hans Warnecke aus Eisdorf, dem nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge die Familie getötet wurde, die Burgruine als Raubnest genutzt haben. Der Legende nach wurde er gefangen und in Osterode hingerichtet.

Heute ist von der einstigen Burg, deren Zweck sicher einmal die Sicherung de alten Harzstraße Goslar-Osterode war, nur noch ein 9m langes und 4,5m hohes Mauerstück aus hellen Gipsgestein erhalten.

Aber der Lichtenstein birgt noch ein weiteres Geheimnis! Eine Sage berichtet von Menschen, die im Berg wohnen. Eines Tages ziehen sie ins Tal um mit den dortigen Bewohnern ein rauschendes Fest zu feiern und verschwinden so plötzlich wie sie gekommen waren wieder im Berg. 1972 machten sich Harzer Heimatforscher auf, um nach einem Geheimgang unterhalb der Burgruine zu suchen. Sie entdeckten eine ca. 50m lange, enge Naturhöhle, die später Lichtensteinhöhle genannt wurde. Ein Jahr später wurde der Höhleneingang verschlossen.

1980 entdeckten Höhlenforscher der AG Karstkunde Harz e.V. am Ende der bekannten Höhle, fünf weitere Höhlenkammern, die durch enge Gänge verbunden waren. In diesen Höhlenkammern wurden sensationelle Funde in Form von tausenden von menschlichen und tierischen Knochen, Bronzegegenstände und Keramik gemacht. Sensationell deshalb, weil diese Fundstätten zum einen seit Jahrtausenden ungestört waren und zum andern durch das Höhlenklima ausgesprochen gut konserviert waren. Erste Untersuchungen an der Universität Göttingen ergaben, dass Knochen von mindestens 40 Menschen im Alter von 4 bis 60 Jahren geborgen worden waren.

In den Folgejahren wurden die Menschenknochen sowie die Beifunde interdisziplinär untersucht. Erstes Ergebnis – es waren Bronzezeitliche Menschen. Auch wurden die Knochen konserviert und einem DNA-Test unterzogen. Die Ergebnisse dieser Forschung, die sich über Jahre hinzog, waren spektakulär. Es konnten 22 Menschen DNA-typisiert und daraus eine Großfamilie über drei Generationen abgeleitet werden. Das brachte die Forscher auf die außergewöhnliche Idee, regional nach Nachfahren dieser Bronzezeitfamilie zu suchen. Dazu wurde im Raum Osterode nach alteingesessener Bevölkerung gesucht, die bereit war einen DNA-Test zu machen. Von etwa 300 Personen wurden dann DNA-Tests gemacht und mit den Ergebnissen der Bronzezeitmenschen verglichen.

Und dann die wissenschaftliche Sensation: 2 Männer wurden als entfernte Verwandte ermittelt, abstammend über etwa 120 Generationen vom selben Mann, eindeutig wie ein Vaterschaftstest. Somit hat der Harz eine Novität in der Wissenschaftswelt, den ältesten nachgewiesenen Stammbaum der Welt. Umfangreiche Informationen dazu gibt es im neu gebauten Iberger Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund. Dort sind auch Fundstücke, sowie die Rekonstruktionen der Vorzeitmenschen zu bestaunen.
Weitere Informationen unter:
http://www.ausflugsziele-harz.de/ausflugsziele-sehenswertes/hoehlenerlebniszentrum-iberg.htm

sowie www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de
Bad Grund
"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
Friedrich Nietzsche

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